Dorf mit nur 200 Einwohnern

HNA-Serie Gespräche am Gartenzaun: Rundgang durch Büchenwerra

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Fleißig: Während der Vorbereitungen für das „Leben am Fluss“ tummeln sich viele Bewohner am Speckenplatz an der Fulda, um gemeinsam das Festzelt, mehrere Pavillions und die Tanzfläche aufzubauen.

Büchenwerra. Unternimmt man in diesen Tagen einen Spaziergang durch Büchenwerra, erscheint das 200-Seelen-Dorf wie ausgestorben. Die Einwohner bereiten sich auf den „Sommer am Fluß" vor.

Die gepflegten Vorgärten und Straßen sind menschenleer und es herrscht eine gespenstige Stille. Seit Mittwoch spielt sich das Leben in Büchenwerra am Speckenplatz direkt an der Fulda ab.

Höhepunkt des Jahres

Küster in Aktion: Volker Gleim schaut in der Kilianskapelle regelmäßig nach dem Rechten und übernimmt kleine Reparaturen.

Die Einwohner bereiten sich auf den Höhepunkt des Jahres - den „Sommer am Fluß“ - vor. Das ist keine große Kirmes, sondern ein gemütliches Fest, sagt Ortsvorsteherin Sandra Eberth. Von der Tanzfläche bis zum Essen - bei der Veranstaltung im kleinsten Ort der Großgemeinde Guxhagen wird alles in Eigenarbeit vorbereitet und aufgebaut. Ohne die vielen Helfer sei dies gar nicht möglich, betont Eberth, während Uwe Hain, Sabrina Kappus, Mario Grebe, Eckhard Kilian, Manfred Frommann und Roland Lange über den richtigen Standort für den Bierwagen fachsimpeln. Von den 200 Einwohnern sind weit über 100 für das Fest im Einsatz, zu dem erfahrungsgemäß schon mal an die 800 Besucher nach Büchenwerra kommen.

Der Zusammenhalt

Auch sonst hält die Dorfgemeinschaft fest zusammen und jeder hilft dort, wo Hilfe benötigt wird. So wie Hans-Peter Carstens (59), der während seines Urlaubs die Garageneinfahrt seines Vaters Karl-Heinz Carstens (84) pflastert. „Viele sind Ureinwohner und leben seit Generationen hier“, berichtet Wolfgang Eberth (71), der sich gemeinsam mit Eckhard Kilian (78) um die Rasenpflege und Randbepflanzung im Ort kümmert.

Verkehrsanbindung

Sonst geht es eher ruhig in dem idyllischen Dorf an der Fuldaschleife zu. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es - außer ein Anrufsammeltaxi - in Büchenwerra nicht. Während die Kinder mit Sonderbussen zur Schule und in den Kindergarten nach Guxhagen gefahren werden, sind die Erwachsenen auf das Auto angewiesen.

Einkaufen

Der nächste Lebensmittelmarkt befindet sich auch im drei Kilometer entfernten Guxhagen. Außer das Gasthaus Hartung mit hauseigener Metzgerei bietet Büchenwerra keine Einkaufsmöglichkeiten.

Freizeit

Seit dem Zusammenschluss mit Ellenberg im Oktober 2014, gibt es in Büchenwerra keine aktive Feuerwehr mehr. Dennoch ist der Feuerwehrverein der größte Verein im Ort. Haupttreffpunkt ist das Dorfhaus, in dem regelmäßig Feierlichkeiten stattfinden und die Dorfbewohner zu gemütlichen Abenden zusammenfinden. Auch der Sportplatz, wo am Wochenende der Sonntagsfußball stattfindet, ist für alle ein beliebter Treffpunkt. „In Büchenwerra muss niemand allein sein - der Zusammenhalt wird bei uns großgeschrieben“, sagt Sandra Eberth und freut sich, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen.

Quelle: HNA

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