Hunderte bei Fronleichnamsprozessionen - traditionelles Katzenkoppschießen

Ein Hochfest der Gläubigen

Fritzlar. Endlich hatte es wieder mit dem Wetter gepasst: Nachdem die große Fronleichnams-Prozession in Fritzlar im vergangenen Jahr wegen des schlechten Wetters abgesagt worden war, kamen die Prozessionsteilnehmer am Donnerstag trocken zum Abschlusssegen in den Dom.

Mehrere hundert Gläubige verfolgten am Vormittag des hohen katholischen Feiertages das Fronleichnamshochamt. Nach dem Hochamt im St. Petri-Dom zog die Prozession zu den Altären am Grauen Turm, der Allee, am Marktplatz und am Krankenhaus, ehe die Gemeinde zum Schlusssegen in den Dom zurückkehrte.

Böllerschüsse

Begleitet wurde die Prozession durch die Böllerschüsse aus den Katzenköppen, mit Schwarzpulver gefüllten, kleinen Kanonen, mit denen das einwöchige Fronleichnamsfest am Mittwochabend traditionell hinter dem Dom eingeläutet worden war. Das Fronleichnamsfest wird auch in Homberg jedes Jahr mit einer Prozession und einem Hochamt gefeiert.

Es geht dabei um die Feier der Eucharistie, der nach katholischem Glauben leiblichen fortdauernden Realpräsenz Christi. Das Fest findet am Ende des kirchlichen Osterfestkreises immer zehn Tage nach Pfingsten statt.

Fronleichnam geht ursprünglich auf eine Begebenheit im Jahr 1209 zurück. Die Legende besagt, dass die Augustinernonne Juliana von Lüttich eine Vision erfuhr, bei der sie die Kirche als eine Mondscheibe wahrnahm, an der ein kleines Stück fehlte. Dies Stück stellte für sie das Fehlen eines Festes zu Ehren der Eucharistie dar, und so wurde durch ihre Initiative das Kirchenfest Fronleichnam erstmals 1246 im damaligen Bistum Lüttich gefeiert.

Bilder der Prozessionen

Fronleichnamsprozession in Fritzlar

1264 wurde Fronleichnam dann durch Papst Urban IV. offiziell als kirchlicher Festtag eingeführt Allerdings gelang es erst unter Papst Johannes XXII., das Fronleichnamsfest weltweit in die Praxis umzusetzen, er setzte es 1317 als Feiertag fest.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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