Bildungsgerechtigkeit war Thema bei Diskussionsrunde an der Steinwaldschule

Hören, was Schüler sagen

Diskutierten im Atrium: 30 Schüler sprachen unter der Leitung von Stadtjugendpfleger Christoph Gottmann (vorne links) über Bildungsgerechtigkeit. Auf Plakaten sammelten sie ihre Thesen. Foto: Vorrath

Neukirchen. „Es hat gut getan, einmal seine Meinung zu sagen“, sagte Erik Burkhhardt. Der 17-Jährige besucht die zehnte Klasse an der Steinwaldschule in Neukirchen. Am Freitag nahm er gemeinsam mit 29 Mitschülern an einer Diskussionsrunde zum Thema Bildungsgerechtigkeit teil. Organisiert hatte die Aktion Stadtjugendpfleger Christoph Gottmann.

„Es geht darum, den Schülern ein Forum zu bieten, indem sie gehört werden“, erklärte er. Die Diskussionsrunde gehörte zu einer Reihe von Veranstaltungen im Landkreis anlässlich des bundesweiten Aktionstags „Wir für Demokratie – Tag und Nacht für Toleranz“.

An der Steinwaldschule diskutierten die Schüler drei Stunden lang den Zusammenhang zwischen Bildungsgerechtigkeit, sozialer Herkunft und elterlicher Bildung. „Dabei ist natürlich auch Rassismus ein wichtiger Aspekt“, betonte Gottmann.

Während der lebhaften Diskussion im Atrium der Schule wurde Kritik am deutschen Bildungssystem laut. „Ich glaube nicht, dass Schüler in Haupt- und Realschule und Gymnasium die selben Bildungschancen haben“, meinte Niklas Krüger-Kling. Auch er ist in der zehnten Klasse. Der 16-Jährige findet, dass die Einteilung nach Schulzweigen Vorurteile fördert: „Gymnasiasten werden als Streber gesehen und Hauptschüler als dumm.“

Als Anregung für die Diskussion hatte der Stadtjugendpfleger Zeitungsartikel zum Thema Ganztagsschule und sozialer Herkunft vorbereitet. Als ein Beispiel für organisierten Widerstand zeigte er Ausschnitte des Films Summer of Resistance:

„Darin geht es um die Studentenproteste gegen Studiengebühren.“ Mit dem Film wolle er den Schülern eine Möglichkeit zeigen, wie sie sich für ihre Interessen einsetzen können.

Erik und Niklas waren sich einig, dass sie eine solche Veranstaltung wieder besuchen würden. Das Interesse an Politik ist nicht nur geweckt, sie wollen auch aktiv werden.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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