Hoffen auf den Boxer

Jägerregiment wartet auf Ausstattung mit 13 gepanzerten Transportfahrzeugen

Jägertruppe: Als Infantrieeinheit hat das Jägerregiment nur wenig Großgerät. Unter anderem nutzen die Soldaten wie hier im Gefechtsübungszentrum in Letzlingen den Transportpanzer Fuchs. Foto: Grede

Schwarzenborn. In den vergangenen Wochen waren drastische Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr bekannt geworden. Als Infanterietruppe mit relativ wenig Großgerät sieht sich das Schwarzenborner Jägerregiment davon direkt nicht betroffen.

Derzeit hofft die Einheit auf die Ausstattung mit dem gepanzerten Transportfahrzeug Boxer - dem künftigen Gefechtsfahrzeug der Infanterie.

Sparkonzept 

13 Fahrzeuge des Typs Boxer sind der Schwarzenborner Truppe in Aussicht gestellt worden, erklärt Oberst Helmut Remus, Kommandeur des Jägerregiments. Unter dem Titel „Dynamisches Verfügbarkeitsmanagement“ versteckt sich ein Sparkonzept: Das Jägerregiment wird lediglich mit 30 Prozent der notwendigen Fahrzeuge ausgestattet. Üben mit dem neuen Gerät kann dann nur noch eine anstatt normalerweise drei Kompanien, erklärt Remus.

Kompanie mit Vorbild 

Eine weitere Veränderung wird dem Jägerregiment, das im Zuge der Umstrukturierungen im kommenden Jahr in einem Jägerbataillon aufgehen wird, innerhalb der Bundeswehr eine Vorreiterstellung in Sachen Infanterie verschaffen. Denn entgegen ursprünglicher Planungen wird eine Kompanie in Hammelburg verbleiben. Dort sollen mit der fachlichen Begleitung des Amts für Heeresentwicklung künftige Standards für die gesamte Bundeswehr ausgearbeitet werden. „Mit dieser hochinteressanten Kompanie werden wir als Bataillon Einfluss auf die Entwicklung der Einsatzgrundsätze der Infanterietruppe im gesamten Heer haben können“, sagt Remus.

Regionaler Übungsplatz 

Die Degradierung des Truppenübungsplatzes zum Standortübungsplatz hat das Jägerregiment nach Ansicht des Kommandeurs gut verkraftet. „Wir sind quasi Hausherr, das bietet uns viele Vorteile“, sagte Remus.

Das Areal hat jetzt den Charakter eines regionalen Übungsplatzes. Unter anderem nutzen ihn Soldaten der Reserve der nordhessischen RSU-Kompanie, das sind „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte“, die dem Landeskommando Hessen unterstehen.

Ende des Regiments 

Im kommenden Jahr stehen der Einheit in der Knüllkaserne die Umgliederung in das Jägerbataillon und die Vorbeitung für einen neuen internationalen Einsatz bevor. In Verbindung mit einem Tag der offenen Tür wird Ende Juni das Jägerregiment außer Dienst gestellt.

Spätestens dann wird auch Kommandeur Oberst Helmut Remus den Schwarzenbornern Ade sagen. Denn mit der neuen Hausnummer „Bataillon“ wird es umfassende personelle Veränderungen, insbesondere im Führungsbereich, geben.

Kampfgruppe der EU 

Angesichts der aktuellen weltpolitische Lage steht den Schwarzenborner Soldaten eine weitere heikle Mission bevor: Die Einheit, die sich dann Jägerbataillon 1 nennt, wird sich im kommenden Jahr darauf vorbereiten, in 2015 das Infantriebataillon der EU-Battlegroup zu stellen. Die EU-Battlegroup ist eine Kampfgruppe der Europäischen Union. Sie ist für Erstmissionen in Krisenregionen gedacht und soll die Voraussetzungen für einen weiteren Einsatz schaffen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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