Hoffnung auf Arolsen: Wegen Epidemie keine Pferde beim Wolfhager Viehmarkt

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Eine kleine Familie: Christian Derx mit seinen Edelbut-Haflinger-Pferden Amora und Hengstfohlen Amalio auf der Wiese in Altenstädt.

Altenstädt. Eigentlich hätte Christian Derx (24) aus Altenstädt seine Pferde beim Wolfhager Viehmarkt, beim Fritzlarer Pferdemarkt und beim Viehmarkt in Bad Wildungen präsentiert.

Doch nach der Empfehlung des Kreisveterinäramtes, aufgrund eines aggressiven Pferdeherpes-Virus auf die Ausstellung von Pferden zu verzichten, war auch für den Pferdefreund Derx Schluss.

„Ich finde Vorsicht besser als Nachsicht“, sagt Christian Derx. Obwohl er es auch bedauert, dass er seine schönen Tiere nicht zeigen konnte.

Jetzt hofft er, dass er zum Bad Arolser Viehmarkt Anfang August fahren und seine Pferde zeigen kann. Die Empfehlungen der Veterinäre nimmt Derx aber sehr ernst. Denn für ihn wäre es eine Katastrophe, wenn seine Pferde krank werden würden. Das will er nicht riskieren. Trotzdem ist der Zeitpunkt der Epidemie ziemlich ungünstig für Aussteller. Denn jetzt finden überall Tiermärkte und Schauen statt, die auch nicht einfach verschoben werden können. Nur nützt das alles nichts. Christian Derx wird bei entsprechender Vorgabe nicht teilnehmen und bis zum nächsten Jahr warten.

Wenn der junge Mann aus Altenstädt über seine elf Pferde spricht, dann ist es, als würde er von seiner Familie erzählen. Seine Tiere liebt er über alles, und es vergeht nicht ein Tag, an dem er sich ihnen nicht mindestens zweimal widmet, um sie zu pflegen, zu füttern und für sie da zu sein. Das alles macht er neben seinem Job beim Finanzamt. Und weil er seine Pferde so mag, stellt er sie auch gerne bei Viehmärkten aus.

Der Erfolg gibt ihm recht. So hat er schon mehrfach hohe Auszeichnungen für seine Edelblut-Haflinger-Pferde bekommen. Stute Amora war im vergangenen Jahr sogar Miss Wolfhagen, und in Alsfeld wurde sie bei der Elitestutenschau zur Schausiegerin gekürt. Und auch mit seinen Partbred-Ponys ist er bei den Ausstellungen erfolgreich. Verkaufen wird er seine Tiere nicht, dafür hängt er viel zu sehr an jedem einzelnen.

Seit zehn Jahren fährt Christian Derx von Schau zu Schau. Das heißt, er lässt sich fahren. Denn einen Führerschein besitzt er gar nicht. „Wenn andere Jungs sich für Motoren und Technik interessiert haben, waren es bei ihm die Tiere“, sagt Vater Gerhard Derx. Er war es allerdings auch, der seinem Sohn die Tierliebe quasi mit in die Wiege gelegt hat. Denn in der Familie Derx gab es schon immer Tiere. Ob Kaninchen, Katzen, Hühner, Kühe, Pferde oder Hunde. Morgens vor der Arbeit sieht Christian Derx nach seinen tierischen Freunden. Wenn andere noch schlafen, hat er bereits Ställe gemistet, Heu geholt, Wasser nachgefüllt. Pünktlich sitzt er dann im Bus und fährt zur Arbeit. Nach Feierabend dann das gleiche Ritual. „Ich brauche nicht viel Schlaf“, sagte Christian Derx und sein Vater pflichtet bei: „Ne, der ist abends immer fit.“

Quelle: HNA

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