Förderverein Pro Aqua setzt sich für den Erhalt des Spangenberger Freibades ein

Hoffnung geht nicht unter

Der Förderverein Pro Aqua setzt sich für den Erhalt des Liebenbachbads ein: von links Ursula Ploß, Erika Vogel, Monika Asthalter, Claudia Schenk, Inge Lösch und Heinz Ploß haben viele Ideen, wie sie das Freibad vor der Schließung retten können. Foto:  Brandau

Spangenberg. Das Spangenberger Freibad war das erste Schwimmbad im ganzen Altkreis Melsungen. Und vielleicht wird es nun auch das erste im gesamten Schwalm-Eder-Kreis sein, das wegen akuter Geldnot geschlossen werden muss. Die Liebenbachstadt steht unter dem Rettungsschirm des Landes und kann den Badebetrieb nicht mehr finanzieren.

Eine Schließung aber würde einen grausamen Einschnitt in die Lebensqualität der Einwohner bedeuten, sagen die Mitglieder des Fördervereins Pro Aqua. Deshalb unterstützen sie Jörg Heidemeyer: Der Schwimmmeitser will das Liebenbachbad in privater Regie übernehmen (wir berichteten).

Für die 65 Mitglieder des Fördervereins stellt dieser Plan einen hell leuchtenden Silberstreifen am Horizont dar – sie wollen alles in ihrer Macht Stehende tun, damit das Bad nicht im nächsten Herbst für alle Zeiten dicht gemacht wird. „Natürlich ist es kein Erlebnisbad mit viel Schickimicki“, sagt Heinz Ploß. „Aber es wäre ein riesiger Verlust für alle Einwohner.“ 800 Besucher seien an heißen Tagen gezählt worden. „Wo sollen die denn alle hin, wenn das Bad zu hat?“, fragt sich Erika Vogel.

Der Förderverein Pro Aqua will es gar nicht erst so weit kommen lassen, dass es geschlossen wird: Er sichert Jörg Heidemeyer für den Fall, dass er das Bad tatsächlich übernehmen kann, tatkräftige Unterstützung zu.

Die Mitglieder haben bereits Unterschriften und auch Spendenlisten ausgelegt, in die sich alle eintragen können, die bereit sind, Geld zu zuschießen. Sie wollen künftig selbst Hand an die Anlage anlegen und kehren, mähen, jäten, aufräumen und den Besuchern Kaffee und Kuchen anbieten.

Stadt unterm Schutzschirm

Vorsitzende Claudia Schenk hat keinen Zweifel daran, dass das alles klappt: „Das Bad ist jeden Versuch wert: Man muss um es kämpfen“, sagt sie. „Die Hoffnung stirbt nun mal zuletzt.“ Den meisten Spangenbergern sei nicht bewusst gewesen, welche Konsequenzen der Schritt unter den Schutzschirm nach sich ziehen würde, sagt Schenk: Viele Einwohner realisierten erst jetzt, dass das Bad tatsächlich 2014 geschlossen werden soll.

Die vielen Rettungsaktionen, die jetzt aber anliefen, gäben Hoffnung: „Wenn Schwimmmeister, Förderverein und die Spangenberger an einem Strang ziehen, gibt es eine reelle Chance, das Bad zu erhalten“, sagt Schenk.

Für die Mitglieder des Fördervereins ist das Schwimmbad mehr als ein mit Wasser gefülltes Becken: Sie sehen es vielmehr als einen großen gemeinschaftlichen Swimmingpool. „Wenn unser Bad wirklich dicht gemacht wird, dann kann man doch gleich ganz Spangenberg zuschütten“, sagt Heinz Ploß.

• Das Stadtparlament entscheidet am 10. Oktober ab 19.30 Uhr in der Burgsitzschule in öffentlicher Sitzung über die Zukunft des Bades.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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