Regionalentwicklung

Hofmeyer: „Dorferneuerung steht auf dem Spiel“

Wolfhager Land. Als Hemmschuh für die weitere positive Entwicklung der Orte bezeichnet die SPD-Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer die veränderten Richtlinien zur Förderung der Dorfentwicklung.

„Bei einer Förderung ab Investitionen von 3000 Euro haben sich viele private Eigentümer für eine Haussanierung entschieden“, erklärt die SPD-Politikerin. Das habe die Vergangenheit gezeigt, und dies sei den kleinen Orten, die bisher in der Förderkulisse waren, heute deutlich anzusehen.

Nur dieser Ansporn habe letztlich dazu geführt, dass es viele kleine Aushängeschilder im Landkreis Kassel gebe, so Hofmeyer. Die Entwicklungschancen im Rahmen der Dorferneuerung seien von öffentlicher wie privater Seite hervorragend genutzt worden. Das Erscheinungsbild der Dörfer sei wesentlich verbessert worden. Die gesteigerte Attraktivität für Feriengäste eröffne neue Einnahmequellen für den ländlichen Raum. Diese Entwicklung setze man mit der neuen Richtlinie, nach der nur noch Investitionen ab 10 000 Euro bezuschusst werden sollen, unverantwortlich aufs Spiel. Mit dieser Entscheidung könnten künftig viele kleine Maßnahmen nicht mehr ausgeführt werden.

Darüber hinaus kritisiert Hofmeyer die Ausführungsbestimmungen der neuen Förderrichtlinie, nach denen die üblichen Kostenschätzungen der Architekten nicht mehr als Grundlage für die Förderbescheide akzeptiert werden. Stattdessen hat jeder Antragsteller drei Angebote je Ausgabenposition zum Kostenvergleich vorzulegen. Das führe nicht nur zu einem erheblichen Mehraufwand für die Antragsteller, sondern werde auch zur Folge haben, dass viele Förderanträge nicht mehr gestellt werden.

„Wir wollen den ländlichen Raum attraktiv halten, und dafür ist es wichtig, dass Häuser saniert und dadurch erhalten werden. Dazu braucht es nach wie vor finanzielle Anreize“, fordert Hofmeyer. Funktionierende Dorferneuerung sei wichtig für die Attraktivität des ländlichen Raums und für die regionale Auftragslage. Mittelstand und Handwerk hätten viel von den Dorferneuerungsmaßnahmen profitiert und so Arbeitsplätze gesichert. „Das ist Wirtschaftsförderung vor Ort, die wir erhalten wollen und nicht beschneiden dürfen“, so die SPD-Landtagsabgeordnete. (ant)

Quelle: HNA

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