Hohe Wertverluste für Wohngrundstücke an A 49-Trasse zu erwarten

Schwalm-Eder. Die Bodenpreise für Wohngrundstücke entlang der A 49-Trasse könnten im schlimmsten Fall bis zu 40 Prozent an Wert verlieren. Das sagt Günther Kirchhoff vom Amt für Bodenmanagement in Homberg. Die Bundesregierung hatte am Dienstag mit der Zusage von 60 Millionen Euro grünes Licht gegeben für den Weiterbau der A 49.

Der geplante Lückenschluss der A 49 bringe für Grundstücks- und Hauseigentümer Nachteile mit sich. Der Effekt könne sogar schon in der Planungsphase eintreten. Wertverluste müssen beispielsweise Eigentümer im Schwalmstädter Stadtteil Frankenhain hinnehmen. In nur 200 Metern Entfernung zum Neubaugebiet ist das Portal des Frankenhain-Tunnels geplant.

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Die Quadratmeterbodenpreise in Baugebieten könnten, je nach Autobahnnähe, von 20 bis zu 40 Prozent fallen, sagt Kirchhoff. Dies gelte auch für den Wert von bereits bebauten Flächen. In Edermünde-Holzhausen kostet beispielsweise der Quadratmeter in Autobahnnähe 55 Euro und 75 Euro in anderen Baugebieten. In dem möglicherweise bald autobahnnahen Baugebiet in Schlierbach liegt der Quadratmeterpreis derzeit noch bei 25 Euro.

Für Anwohner an Ortsdurchfahrten, die bisher durch Lkw-Verkehr belastet sind, ist indes Besserung in Sicht. Viele Lastwagen würden aus den Ortsdurchfahrten verschwinden. Mit einer Wertsteigerung der Häuser könnten die Eigentümer aber dennoch nicht rechnen, sagt Marek Illian vom Verein Haus und Grund im Schwalm-Eder-Kreis. Allerdings verlören sie das Prädikat unverkäuflich.

„Viele Häuser sind in den vergangenen Jahren zum Teil drastisch entwertet wurden“, sagt Illian. Die Gebäude weisen starke Schäden in Folge des Schwerlastverkehrs auf.

„Wertsteigerungen der Grundstücke entlang der Autobahn ergeben sich nur, wenn Auf- und Abfahrten geplant sind“, sagt Kirchhoff. Denn für Kommunen bestehe dort die Möglichkeit, aussichtsreiche Gewerbegebiete auszuweisen.

Hintergrund: Lückenschluss erst in Jahren

Bis das Autobahnstück von Neuental nach Schwalmstadt fertig ist, können noch bis zu sieben Jahre vergehen, sagte Hessens Verkehrsminister Dieter Posch. Bis dahin wird sich auch für die Anwohner der stark befahrenen Bundesstraße 3 nichts ändern. Die neue Trasse verläuft auf einer Länge von zwölf Kilometern in einiger Entfernung zu den Ortschaften Waltersbrück, Schlierbach, Elnrode, Allendorf, Rommershausen, Frankenhain und Florshain. Bis zum Lückenschluss mit der Autbahn 5 sind es weitere 30 Kilometer. Die Kosten belaufen sich auf 123 Millionen Euro (zwölf Kilometer) und 321 Millionen Euro bis zur Autobahn 5. (red)

Quelle: HNA

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