Grüne zum Giftunfall: Hohes Risiko für die Homberger

Homberg. Der Unfall mit giftigen Chemikalien im Logistikunternehmen CTL sollte Anlass sein, sich umfassend mit den Sicherheitsvorkehrungen am Logistikstandort Homberg zu befassen. Das hat die Stadtverordnetenfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gefordert.

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„Es ist erschreckend, in welchem Ausmaß die Bevölkerung bereits durch den Austritt von 30 Litern hochgiftiger Flüssigkeit gefährdet worden ist“, erklärte Fraktionsvorsitzender Klaus Bölling.

Der Unfall werfe viele Fragen auf, beispielsweise ob die betroffene Firma auf den Umgang mit diesem Gefahrgut vorbereitet sei, ob entsprechende Sicherheitsvorkehrungen vorhanden seien und sie auch eingehalten würden.

Die hohe Zahl der Verletzten lasse daran Zweifel aufkommen. Offenbar gebe es in der Firma keine Möglichkeiten, beschädigte Gefahrgutfässer so zu sichern, dass eine Verbreitung giftiger Substanzen verhindert werden könne.

Fotos vom Unfallort

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Es ist für Bündnis 90/Die Grünen erstaunlich, dass noch keine Stellungnahme des Unternehmens vorliege. Die Werbeaussage von CTL, man sei „auf die Behandlung gefährlicher Güter im Sinne der ADR bestens vorbereitet“ werde jedenfalls durch 53 Verletzte und über 200 direkt Betroffene ins Gegenteil verkehrt. CTL müsse sich vielmehr die Frage gefallen lassen, ob hier nicht fahrlässig mit Gefahrgütern hantiert werde.

Bölling: „Vor allem muss künftig eine Gefährdung der Bevölkerung, der Beschäftigten und der Rettungskräfte ausgeschlossen werden.“ Die Homberger müssten dringend darüber informiert werden, in welchem Ausmaß in den Homberger Logistikbetrieben Gefahrgüter umgeschlagen werden und welche Vorkehrungen ergriffen werden, um weitere Unfälle zu verhindern. (hro)

Quelle: HNA

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