Forstamt Jesberg sieht keinen Grund für Rohstoffverknappung

Holz geht im Landkreis noch lange nicht aus

Schwalm-Eder. Die Brennholzvorräte in der Region gehen so schnell nicht zur Neige: Hessenweit gibt es in den Wäldern noch viele Puffer und Reserven, sagt Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg.

Der guten Nachrichten damit nicht genug - Holz als Energieträger werde auch weiter erschwinglich bleiben. Zwar habe der Preis in den vergangenen Jahren deutlich angezogen, doch werde er nicht ins Unermessliche steigen. „Im Vergleich zu anderen Ressourcen wie Öl und Gas ist und bleibt Holz mit Abstand die günstigste Wärmequelle“, sagt der Forstamtsleiter.

Das wissen immer mehr Menschen. Jeder vierte deutschen Haushalt nutzt Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen. Der Verbrauch und Bedarf ist damit stark gestiegen: In den vergangenen zehn Jahren ist der Verbrauch von Holz in privaten Haushalten von 11 auf 34 Millionen Kubikmeter gestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher (AGR) warnt: Würden alle 15 Millionen Haushalte, die einen Ofen besitzen, ausschließlich mit Holz heizen, entstünde ein Bedarf von bis zu 300 Millionen Kubikmetern Holz. Das Vierfache des jährlich zu nutzenden Waldholzes.

Karl-Gerhard Nassauer reagiert auf diese Szenarien mit großer Gelassenheit: Auch wenn der Holzverbrauch stetig ansteige, bestehe keine Gefahr einer Verknappung. Im hessischen Wald, sagt Nassauer, wachsen jährlich 2,2 Millionen Kubikmeter Holz nach - von denen nur 70 Prozent geerntet werden. „Wir entnehmen nie mehr Holz als nachwächst - wir setzen konsequent auf Nachhaltigkeit.“

Die gestiegenen Preise fürs Brennholz sieht der Jesberger Forstamtsleiter von zwei Seiten: Während die Brennholzkunden klagten, freuten sich die Waldbesitzer in der Region. Denn die große Nachfrage nach Holz bedeute für sie vor allem eine höhere Wertschöpfung.

Nur ein Drittel der vom Forstamt Jesberg betreuten Fläche gehört dem Staat, der Rest befindet sich in privater Hand. Damit ist das Amt für den größten Gemeinschaftswald in ganz Hessen zuständig: Er ist 7700 Hektar groß und wird von 52 Waldinteressentenbetrieben bewirtschaftet. Das Amt betreut Wälder in Niedenstein, Gudensberg, Edermünde, Fritzlar, Wabern, Bad Zwesten, Neuental, Jesberg, Gilserberg und Schwalmstadt. Außerdem gibt es im Schwalm-Eder-Kreis zwei weitere Forstämter in Melsungen und in Neukirchen Forstämter. Gemeinschaftswälder übrigens findet man ausschließlich in Nord- und Mittelhessen, jedoch keine in Südhessen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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