Holz zum Teil verbrannt

In Spangenberg werden Gartenabfälle illegal entsorgt

Illegal entsorgt: Neben Astschnitt wurde auch Plastikmüll im Wald, nahe des Spangenberger Schlosses, abgeladen.

Spangenberg. Mannshoch ist der Holzhaufen, der am Waldrand an der Beieröde, oberhalb des Hundeübungsplatzes bei Spangenberg steht.

Verkohltes Holz liegt herum, einzelne Rauchschwaden steigen aus dem Stapel aus Ästen und Holzbrettern auf. Es ist kein Osterfeuer, sondern offenbar der Versuch, Gartenabfälle und sonstigen Müll loszuwerden. Allerdings ohne die offizielle Erlaubnis der Stadt, die man eigentlich einholen muss, wenn man Gartenabfälle verbrennen will.

Jörg Schanze, Büroleiter der Stadt, hat kein Verständnis dafür, wenn jemand diesen Weg wählt, um seine Gartenabfälle zu entsorgen: Es sei doch unkompliziert, bei der Stadt die Erlaubnis zum Verbrennen zu beantragen.

Der Scheiterhaufen an der Beieröde ist jedoch nicht der einzige Ort in Spangenberg, wo unerlaubt Gartenabfälle entsorgt werden. Vielerorts sieht man am Waldrand Haufen von abgeschnittenen Ästen, teils vermischt mit Plastikmüll. Das beobachtet auch Dagmar Günther-Wetzel. „Ich gehe jeden Tag mit meinem Hund in Spangenberg spazieren. Damit ich keine Anwohner belästige, laufe ich meist durch die Wälder. Seitdem man in Spangenberg keinen Astschnitt mehr abgeben kann, ist das kein Vergnügen mehr, denn der Astschnitt landet überall in unserer schönen Natur“, schildert die 49-jährige Spangenbergerin. „Es ist wirklich kein schöner Anblick, und ich denke, die Stadt müsste ihren Entschluss noch mal überdenken, denn sonst vermüllt unser Wald“, fürchtet Günther-Wetzel.

Der Grund für die Stadt, Astschnitt nicht mehr anzunehmen, sind Vorgaben des Abfallzweckverbands, erklärt Friedhelm Koch vom städtischen Bauamt: „Der Verband will die Kosten für den Abtransport von Astschnitt nicht mehr übernehmen.“ Denn Astschnitt habe viel Volumen bei wenig Masse – sprich, es wird zu viel Luft transportiert. Die meisten anderen Kommunen im Landkreis haben das Problem gelöst, indem sie den Astschnitt auf einem speziellen Platz sammeln – und dann direkt vor Ort vom Maschinenring Schwalm-Eder schreddern lassen. Das geschredderte Holz wird dann auf umliegende Felder oder in den Wäldern verteilt.

Auch in Spangenberg war angedacht, das Grundstück der Sammelstelle zu erweitern, um Platz für das Sammeln von Astschnitt zu schaffen. „Aber das hätte die Stadt eine fünfstellige Summe gekostet“, sagt Koch, „das können wir uns als Schutzschirmkommune nicht leisten.“

Die Stadt wolle auch keinen eigenen Schredderservice anbieten: „Damit würden wir in Konkurrenz zu örtlichen Privatfirmen gehen, das möchten wir nicht“, erklärt Koch.

Den Astschnitt einfach im Wald zu entsorgen, sei nicht erlaubt: „Wenn jemand dabei erwischt wird, kann das teuer werden“, sagt Koch. Das Ärgerliche sei: „Wenn einmal etwas im Wald abgeladen wird, werfen andere ihre Sachen noch dazu.“

Quelle: HNA

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