Beim Waldaktionstag im Prinzessinnengarten gab es Informationen zur Forstwirtschaft

Holzrücken mit einem PS

Nistkastenbau: Julian Stremme bastelt mit Juliane ein Vogelhäuschen. Dahinter die Organisatoren des Waldaktionstages von links: Kai Hoffmann, Philipp Tassius und Thoma Jebing.

Jesberg. Einen Blick hinter die Forstkulissen gewährte das Forstamt Jesberg um seinen Leiter Karl Gerhard Nassauer am Wochenende. Beim Waldaktionstag unter dem Motto „300 Jahre Nachhaltigkeit – Forstwirtschaft in Deutschland“ gab es Informationen rund um Wald.

Kai Hoffmann, Philipp Tassius und Thomas Jebing, Forstinspektorenanwärter, waren mit der Organisation beauftragt. Von vier Punkten aus gab es geführte Wanderungen zum Prinzessinengarten bei Jesberg.

Nanuk zieht die Stämme

Ein Programmpunkt dort war das Holzrücken. Holzrückerin Kerstin Wipke war mit dem sechsjährigen rheinisch-deutschen Kaltblut Nanuk im Einsatz. Der 750 Kilo schwere Nanuk zog die an einer Kette angehängten Stämme über einen Waldweg. Der Vorteil dieser Art des Holzrückens: Der Waldboden wird im Gegensatz zu schweren Maschinen nicht verdichtet. Dazu: Ein ausgebildetes Pferd kostete 6000 Euro.

Am Ende des Waldweges stand das technische Gegenstück: Ein 13 Tonnen schwerer Holzrücker mit 130 Pferdestärken, den Marcel Domin bewegte. Um mit der Maschine keine Verdichtungsschäden anzurichten, wird sie auf befestigten Wegen eingesetzt. Der Kaufpreis: 250000 Euro.

Wie Holzhackschnitzel entstehen führte Sebastian Möller aus Knüllwald vor. Mit einem Greifer packte er die Stämme und Äste und stopfte sie in den Anbauhacker. Der zerfleddert Stämme bis zu 40 Zentimeter Durchmesser in kleine Stückchen. Hauptsächlich wird die Maschine bei Holzfällarbeiten eingesetzt, um Äste oder totes und krankes Holz zu zerkleinern.

Sebastian Möller ist auch als Baumläufer unterwegs. Gesichert durch Gurte und Seile klettert er auf Bäume, um abgestorbene Äste zu entfernen.

Geschicklichkeit war an der Station für den Nistkastenbau gefragt. Hier baute Julian Stremme, der beim Forstamt Jesberg ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, mit Kindern und Erwachsenen Nistkästen aus vorgefertigten Teilen.

Eiche mit hohlem Stamm

Bereits 2011 wurde die hessenweite Aktion von Hessenforst im Densberger Revier gestartet. Damals gab es eine Radrundfahrt und bei der zweiten Auflage eine geführte Sternwanderung zum Prinzessinnengarten. Es handelt sich um einen im 18. Jahrhundert angelegten, barocken Lustgarten. Davon sind noch die Reste einer Eiche zu sehen, die trotz hohlen Stamms austreibt.

Einen Steinwurf davon entfernt hat Revierförster Peter Zuschlag mit seinen Mitarbeitern vom Forstamt Jesberg einen neuen Prinzessinnengarten angelegt. Nach dem alten Vorbild steht in der Mitte eine Traubeneiche. Umrahmt wird der Baum des Jahres 2014 von 100 Hainbuchensetzlingen.

www.hessen-forst.de

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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