800 000 Euro weniger Gewerbesteuer – Bürger werden nicht belastet

Homberg brechen erneut Einnahmen weg

Das Geld fließt nicht wie erhofft: Die Stadt Homberg rechnet mit insgesamt 800 000 Euro weniger Gewerbesteuer.

Homberg. Erneute Einbuße bei der Haupteinnahmequelle: Die Stadt Homberg muss sich zum zweiten Mal in diesem Jahr auf einen enormen Einbruch bei der Gewerbesteuer einrichten.

Am Jahresende werden die Einnahmen der Stadt wohl bei 4,7 Millionen Euro liegen – und damit 800.000 Euro weniger als geplant in der Kasse sein. „Das ist ein Schlag ins Kontor“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Der führe aber in diesem Jahr zu keinen weiteren Belastungen für die Bürger. Man werde nach jetzigem Stand auch die Haushaltsziele 2015 erreichen. Denn es habe auch Entwicklungen zugunsten der Stadt gegeben, so bei den Personalkosten (Lohnfortzahlung) und durch die späte Verabschiedung des Haushalts (April) wurde das für Instandhaltungen vorgesehene Geld nicht komplett ausgeben. Der Stadt spiele zudem die Niedrigzinsphase in die Hände, sie sorge für Zinseinsparungen. Eine gute Nachricht gebe es zudem: Der Grund für den Gewerbesteuer-Einbruch sei nicht, dass Unternehmen wirtschaftlich in Schieflage seien. Dafür gebe es keine Indikatoren, sagt Ritz, dem ein enger Kontakt zu den Firmen wichtig ist. Ein fiktives Beispiel: „Kauft ein Unternehmen eine teure Anlage, wird diese abgeschrieben. Das wirkt sich auf die Höhe der Gewerbesteuer aus“, so Ritz. Es liege dann daran, dass es den Unternehmen gut gehe und sie investieren.

Kalkuliert hatte man in Homberg im November 2014 sogar noch mit 6 Millionen Euro. Ende Januar war dann klar, dass die Berechnung für den Haushalt um 500.000 Euro nach unten korrigiert werden musste – damals hieß es, dass es bei zwei großen Unternehmen Einbrüche gegeben habe und kleinere Zahlen als prognostiziert gemeldet wurden. Nun die erneute Ernüchterung: Es werden weitere 300.000 Euro nicht in der Stadtkasse landen. Die Haushaltsplanung 2015 sei trotz des erneuten Rückschlags keine Luftnummer, betont Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Hätte man sich allein auf die statistischen Daten verlassen, hätte man sogar mit Einnahmen von über 6 Mio. Euro geplant. Stattdessen sei man vorsichtig vorgegangen.

In den vergangenen 20 Jahren seien die Schätzungen immer sehr verlässlich gewesen, betonte Kämmerer Ralf Debus im Januar. „Es ging sogar stetig nach oben.“ Zum Vergleich: 2013 flossen 6,085 Mio. Euro Gewerbesteuer. Da man sehr restriktiv mit den Haushaltsmitteln umgegangen sei, müsse man jetzt nicht grundsätzlich umdenken, so Ritz. Trotzdem: 2016 werde man den Ansatz für die Gewerbesteuer noch geringer wählen.

Quelle: HNA

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