Diskussion um Grundstücksverkauf in Dörnbergkaserne

Dörnbergkaserne: „Das war eine politische Sauerei“

DelfSchnappauf

Homberg. Vor knapp anderthalb Jahren hatten die Homberger Stadtverordneten die Rückabwicklung des Kaufvertrages Althaus/Hucke über ein Gelände in der ehemaligen Dörnbergkaserne beschlossen. Die Befürchtung vieler Parlamentarier: Das Grundstück sei viel zu günstig und somit zum Nachteil der Stadt verkauft worden.

„Den Preis von 3,63 Euro je Quadratmeter hat Ex-Bürgermeister Wagner allein festgelegt, ohne Beteiligung der Hessischen Landgesellschaft“, sagte Delf Schnappauf (fraktionslos).

Kritik an HLG 

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Aber auch die HLG habe als Treuhänder nicht auf das Missverhältnis aufmerksam gemacht, fügte er an. Weder Gebäudewerte noch Inventar seien berücksichtigt worden. Die HLG sei nicht im Interesse der Stadt und der Bürger tätig gewesen, kritisierte Schnappauf. Und nannte ein Beispiel: Der asphaltierte Platz auf dem Grundstück sei 600 Quadratmeter groß. Er sei für Schwerlastverkehr ausgelegt und müsste mit 50 Euro/Quadratmeter in Rechnung gestellt werden. Selbst mit Abschlägen könne man für dieses Teilstück 15 000 Euro verlangen. Stattdessen sei er nur mit 2200 Euro in Rechnung gestellt worden.

Doch gab es nicht nur den Auftrag an den Magistrat, den Kaufvertrag rückabzuwickeln, es sollte auch die Grundbucheintragung verhindert werden - beides ist nicht geschehen.

Im Gegenteil: „Der Grundbucheintrag erfolgte acht Monate später, im Dezember 2013“, sagte Schnappauf. Ex-Bürgermeister Martin Wagner habe von seinem Einspruchsrecht kein Gebrauch gemacht. Schnappauf schilderte in einer Chronologie die Ereignisse und betonte, dass der Magistrat seinem Auftrag nicht nachgekommen sei. „Statt seine Pflicht zu tun, hat der Magistrat Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt - „genau wie bei der Kanzlei, die an der Beurkundung des Kaufvertrages verdiente“, so Schnappauf.

„Wir sind betuppt worden. Das war eine politische Sauerei und das hat nicht nur etwas mit dem Preis zu tun“, sagte Stefan Gerlach (SPD) und lobte Schnappauf für die Arbeit, die er sich gemacht habe.

Quelle: HNA

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