FWG Homberg hatte zu Informationsabend über Nutzung der Windenergie eingeladen

Homberg: Keine Wende ohne Wind

Homberg. „Wenn wir die Energieversorgung in Zukunft sicher und ohne Atomstrom gewährleisten wollen, wird Windkraft im Binnenland den größten Anteil einnehmen müssen.“ Das erklärte Lars Rotzsche vom Bundesverband Windenergie bei einer Informationsveranstaltung, zu der die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Homberg nach Caßdorf eingeladen hatte.

Viele Gäste, auch Kommunalpolitiker aus anderen Parteien, waren zu dem Vortrag gekommen, um sich zu informieren. Der Referent ließ auch keinen Zweifel daran, dass die Kommunalpolitik in der Verantwortung stehe, baurechtliche Voraussetzungen für den Ausbau der Windkraft zu schaffen. Sie müsse aber zugleich die Akzeptanz in der Bevölkerung verbessern.

„Die Bürger müssen davon überzeugt werden, dass jede Form der Stromerzeugung ihren Tribut fordert“, sagte Rotzsche vor dem gut gefüllten Saal. Wer Strom aus der Steckdose beziehen, aber Windkraftanlagen nicht vor seinem Fenster sehen will, müsse sich klar machen: Jede Energieform bedeutet Landschaftsverbrauch – und meistens noch viel schlimmer als nur optisch-ästhetisch.

Rotzsche wies hin auf die riesigen Braunkohlelöcher, die der Tagebau etwa in der Lausitz hinterlassen habe, oder das Risiko von Atomkraftwerken. Nach Fukushima dürfe diese egoistische Sichtweise nicht mehr akzeptiert werden. Die Energieversorgung klimaneutral zu rekommunalisieren, also wieder den Gemeinden selbst in die Hand zu geben, ist für den Fachmann nicht nur eine Frage der moralischen Verantwortung, sondern auch eine wirtschaftliche Chance für die Kommunen und ihre Bewohner. Das zeigten die Erfahrungen anderer Kommunen.

Sowohl die Verpachtung der Standorte als auch der Betrieb der Anlagen könne erhebliche Einnahmen für die Menschen im ländlichen Raum bringen. Unbedingt vermieden werden sollte, so Rotzsche, dass hinter den Kulissen der Politik Standort- und Investitionsentscheidungen gefällt werden, die vor allem anonymen Investoren dienen.

Es gebe inzwischen eine Vielzahl von Beispielen, wie die Kommune, einzelne Dörfer und Bürgergemeinschaften einen vielfachen Nutzen aus der Windkraft ziehen können: zum einen umweltverträglichen Strom zu akzeptablen Preisen in eigenen, rekommunalisierten Stromnetzen, dazu noch eine Rendite aus dem Anlagenbetrieb.

Abschließend machte Rotzsche den zahlreichen Gästen in Caßdorf Mut: Homberg sei mit dem lokalen, genossenschaftlich organisierten Stromversorger KBG sehr gut aufgestellt, um Windkraftanlagen in diesem Sinn erfolgreich zu installieren. (ula)

Quelle: HNA

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