Homberg passt doch unter den Schutzschirm

Unterm Schutzschirm: Homberg musste sich kräftig anstrengen, um Auflagen zu erfüllen. Foto: Yüce

Homberg. Die gute Nachricht zuerst: Homberg wird auch in diesem Jahr Schulden abbauen und schafft es sogar, die Ziele des kommunalen Schutzschirms einzuhalten.

Damit ist sichergestellt, dass das Land Hessen Schulden der Schutzschirm-Kommune übernimmt. Das geht aus dem Entwurf des Haushaltes 2014 hervor, den Bürgermeister Martin Wagner (CDU) im HNA-Gespräch erläuterte.

Jetzt die schlechte Nachricht für die Homberger: Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Menschen stärker als bisher zur Kasse gebeten, so Wagner.

An der Schmerzgrenze 

Die Stadtverordneten hatten in einem ersten Schritt bei den Sach- und Personalkosten kräftig gekürzt. Dort sei man bereits an der Schmerzgrenze angelangt. Das hatte jedoch nicht gereicht, um das Schutzschirm-Ziel zu erreichen. „Wir haben uns nicht den Finger abgeschnitten, um bei der Infrastruktur zu sparen.“

Stattdessen hat man sich nun entschieden, Steuern und Gebühren früher zu erhöhen als geplant. Das sei die Folge, wenn man nicht auf Liebgewonnenes verzichten wolle, so Wagner. Daher würden die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und auch die Grundsteuer B (Grundstücke) um je 50 auf insgesamt 400 Prozentpunkte erhöht. „Für den Besitzer eines Einfamilienhauses bedeutet das eine Mehrbelastung von durchschnittlich 25 bis 40 Euro pro Jahr“, erklärt er. Durch die Erhöhung der Grundsteuern rechne man mit Mehreinnahmen von 220.000 Euro. Die Anhebung wurde bereits beschlossen und war ursprünglich für 2015 vorgesehen.

Ebenfalls tiefer in die Tasche greifen müssen Gewerbetreibende. Diese Steuer erhöht sich um zehn auf insgesamt 390 Prozentpunkte. Dadurch gewinne man 150.000 Euro. Stolz ist Wagner, weil die Stadt zum fünften Mal in Folge Gewerbesteuereinnahmen über 5 Mio. Euro erziele. Laut Plan werden es in diesem Jahr 6,05 Mio. Euro sein. 2011 waren es noch 5,15 Mio. Euro. „Wir sind die Nummer zwei im Landkreis. Die Gewerbeansiedlung hat sich fast verdoppelt. Wir sind besser als unser Ruf.“ Grund für die gestiegene Einnahme ist aber auch die Steuererhöhung 2013 - um 30 Prozentpunkte.

Kaum noch was möglich

Außerdem habe man weitere 100.000 Euro, die eigentlich im Haushalt vorgesehen waren, gestrichen, um die Schutzschirmauflagen zu erfüllen. Denn das Defizit der Stadt dürfe nicht mehr als 966.000 Euro betragen. „Wir mussten knirsch rechnen, damit wir es schaffen.“ So spare man bei den freiwilligen Ausgaben, erläuterte Wagner. Doch auch da sei kaum noch was möglich, fügt er an. Die Stadt gebe gerade einmal 1,9 Mio. Euro dafür aus. Zu spüren bekommen könnte diese Einsparung Lützelwig. Der Ort feiert in diesem Jahr Jubiläum und würde 500 Euro von der Stadt bekommen. Dieses Geld sei erstmal nicht im Haushalt eingeplant, so Wagner.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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