Viel Schnee, keine Strafe

Stadt reagiert auf winterliche Verkehrsbedingungen

In Sonderschichten unterwegs, wenn es geschneit hat: Die Mitarbeiter des Homberger Bauhofs leisteten vergangene Woche viel für die Sicherheit. Foto: dpa

Homberg. Jedes Jahr das Gleiche: Kaum hat es geschneit, beschweren sich Anwohner bei der Stadt Homberg, dass die Straßen vor ihren Haustüren noch nicht geräumt seien.

„Die Mitarbeiter des Bauhofes schieben Sonderschichten und leisten sehr viel für die Sicherheit auf den Straßen“, sagt Hombergs Bürgermeister Martin Wagner. Für Autofahrer gibt es ein Art Winter-Bonus: „Wenn die Straßenverhältnisse so sind wie in den vergangenen Tagen, dann verteilen wir keine Strafzettel.“

Der Poller bleibt oben

Auch werde der Poller, der die Zufahrt zum Marktplatz versperrt, bei viel Schnee nicht hochgefahren. „Dann können die Autofahrer geradewegs zum Marktplatz fahren. Dadurch sinkt die Unfallgefahr“, so Wagner.

Beim Schneeräumen werde eine Prioritätenliste abgearbeitet. In der Hauptverkehrszeit (wochentags 7 bis 20 Uhr/ samstags 8 bis 20 Uhr/ sonntags 9 bis 20 Uhr) stehen verkehrswichtige und gefährliche Stellen auf dieser Liste ganz oben. Dazu zählen Hauptverkehrsstraßen, aber auch der Marktplatz. Außerdem räume man insbesondere vor Schulen, Kindergärten, Feuerwehr und Polizei.

Auch die Gehwege vor den rund 100 Immobilien der Stadt werden von den bis zu 30 Mitarbeitern des Bauhofes von Schnee und Eis befreit.

„Wir machen mehr als wir müssen“, betont Wagner. Im Winter 2010/2011 wurden über 200 Tonnen Streusalz gestreut und 1700 Arbeitsstunden für den Winterdienst geleistet. In Homberg werde nicht an der Sicherheit gespart. Daran ändere auch der Sprung unter den Rettungsschirm nichts. „Bei uns wird es keine Schilder geben, auf denen ’Nur Räumen, kein Streuen’ steht.“

Die Winterdienstpflicht beginne erst, wenn Schnee fällt. Alles andere sei nicht vernünftig: „Für den vergangenen Sonntag wurde Eisregen gemeldet und der erreichte uns nicht“, nennt er ein Beispiel.

Wagner stellt klar: Wohngebiete seien keine verkehrswichtigen Stellen und auf Privatgelände sei die Stadt nicht zuständig. Für das Industriegebiet habe man eine Firma beauftragt, die dort rund um die Uhr räumt und streut. Das sei auch im gemeinsamen Gewerbegebiet bei Knüllwald so geregelt, erklärt Wagner.

Denn dort seien viele Lastwagen unterwegs und man wolle auch dort natürlich die Unfallgefahr so gering wie möglich halten.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare