„Die Hühnerfehde“: Historisches Schauspiel begeisterte 700 Besucher

Kommentierte die Ereignisse: Der Bänkelsänger (Jürgen Meier) prognostizierte, bilanzierte, warnte und ermutigte. Foto:s: von-Unwerth

Homberg. Das war gleich in mehrfacher Hinsicht großes Theater: Ein milder Sommerabend, ein proppevoller Marktplatz –- und ein kurzweilig präsentiertes Schauspiel, dessen historische Handlung so in keinem Lehrbuch zu finden ist.

700 Besucher verfolgten am Samstagabend in Hombergs guter Stube eine Theateraufführung der Extraklasse.

Thema war ein 500 Jahre zurück liegendes Ereignis, das Autor Dr. Gerhard Grebe unter dem Titel „Die Hühnerfehde“ in ein Theaterformat übertragen hatte. Tatsächlich kamen im Jahr 1511 die rebellischen Homberger mit blauem Auge davon, als die sich aus Treue zur Landgräfin Anna gegen die Machtübernahme eines Regentschaftsrates unter Ludwig von Boyneburg wehrten. Den Kopf hinhalten musste stattdessen das örtliche Federvieh - als besänftigende Verköstigung für machthungrige Regenten und angriffslustige Truppen.

Historisches Schauspiel in Homberg

Unter Regie von Almuth Karger setzte ein darstellungsfreudiges Trüppchen das geschichtliche Scharmützel in Szene: In historischen Kostümen versprühten Akteure der Kleinen Bühne Schwalm-Eder gemeinsam mit Homberger Bürgern pure Spielfreude.

Mit ihren ausgefeilten Charakteren und Eigenarten rissen sie das Publikum zu Lachsalven und Szenenapplaus hin. Für besondere Erheiterung sorgten die Prognosen und Resümees des stimmgewaltigen Bänkelsängers (Jürgen Meier), das lebensechte Homberger Platt der Marktfrau (Claudia Hein) und die schnoddrig-respektlosen Manieren der Schankwirtin (Susanne Braun). Den überheblichen Adel mit Machtanspruch (Reinhard Ganß, Dr. Gerhard Grebe) wiederum besänftigten das Homberger Drei-Löwen-Bräu, ahle Wurscht, gebratene Hühnchen – und ein standhafter Bürgermeister.

Für Armin Jordt war es ein „erhebendes Gefühl“, die Rolle des Rathauschefs zu mimen und für einige Stunden Verantwortung für die Stadt zu übernehmen. Fazit: „So’n Bürgermeister hat’s nicht immer leicht, Kurs zu halten“. Das war für die Darsteller- kein Problem: Mit einem gesungenen moralischen Appell gegen allzu großen Einfluss von Geld und Macht (Text und Gesang: Christina Engelbrecht) beschlossen sie die Geschichte. Das Publikum quittierte die Leistung mit Bravo-Rufen und lang anhaltendem Applaus.

Quelle: HNA

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