Homberg steht kurz vor Sprung unter den Schutzschirm des Landes

Homberg. Es gibt für die Stadt Homberg kaum Alternativen zum kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen. Das wurde in der jüngsten Stadtverordnetensitzung deutlich.

Einstimmig votierten die Stadtverordneten dafür, dass der Magistrat den Antrag zur Aufnahme in den Entschuldungsfonds des Landes auf den Weg bringt.

„Wer glaubt, dass das nur ein Antrag ist, der glaubt auch an den Osterhasen“, sagte Achim Jäger (FWG). Der Haushaltsausgleich solle bis spätestens 2020 erfolgen, danach stünden der Stadt Zwangsmaßnahmen ins Haus, erklärte Jäger. Mit Blick darauf sei es verantwortungslos, dass sich das Defizit der Stadt auch im Haushalt 2012 erhöhe.

Klaus-Thilo Kroeschell (CDU) machte deutlich, dass das Parlament Kraft und Mut haben müsse, den Haushalt zu konsolidieren. Zeitgleich müsse die Lebensqualität erhalten bleiben. „Damit auch Familien in unserer Stadt Zukunft haben“, fügte er an.

„Wir haben keine andere Wahl, als den Schutzschirm anzunehmen“, sagte auch Klaus Bölling (Grüne). Denn die Lage der Stadt sei dramatisch. „Wir lähmen uns selbst.“

Stefan Gerlach betonte, dass der Schutzschirm eigentlich kein Schutzschirm sei. „Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera“, sagte er und forderte Bürgermeister Martin Wagner dazu auf, dafür zu sorgen, dass jemand aus dem hessischen Ministerium den Stadtverordneten erklären soll, was genau die Entscheidung für den Rettungsschirm für Homberg bedeuten würde. „Das ist schließlich die gravierendste Parlamentsentscheidung, die nach dem Krieg stattgefunden hat“, sagte Gerlach.

Zudem sagte er, dass man die Bürger an dieser Entscheidung beteiligen und sie informieren müsse. (may)

Quelle: HNA

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