Marc Koller und Tobias Neutze sind enttäuscht 

Kirmes-Idee setzt sich in Homberg nicht durch

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Da waren sie noch voller Zuversicht: Tobias Neutze und Marc Koller wollten eine Kirmes organisieren. Im Internet gab es bereits eine Fangruppe.

Homberg. Marc Koller und Tobias Neutze hatten einen Plan. Sie wollten, dass in Homberg wieder eine Kirmes gefeiert wird. Auf dem ehemaligen Festgelände am Stellbergsweg. Doch daraus wird nichts. Marc Koller ist enttäuscht: "Letztlich gab es nicht genug Unterstützung."

Dabei hatte alles so gut angefangen: Koller und sein Freund Tobias Neutze sind im Sommer mit ihrer Idee an die Öffentlichkeit gegangen (wir berichteten). Ihrer Meinung nach fehle es der Kreisstadt an Aktionen für ältere Jugendliche. Eine Kirmes wäre eine tolle Sache.

Kurz darauf gab es im sozialen Netzwerk Facebook die Fangruppe "Kirmesteam Homberg". Über 250 Menschen fanden die Idee toll. Einige von ihnen kamen zu den von Koller und Neutze organisierten Informationsveranstaltungen. Mit so viel Zuspruch hatten die Initiatoren nicht gerechnet und freuten sich darüber.

Die 18-Jährigen machten sich große Hoffnungen, sahen die Veranstaltung in greifbarer Nähe. Auch vom Stadtmarketing habe es positive Signale gegeben. Doch dann kam alles ins Stocken. Für Koller ist daran auch die mangelnde Hilfe des Stadtmarketings schuld.

Keine finanzielle Hilfe

"Der Leiter des Stadtmarketings hat uns zugesagt, dass er uns unterstützt. Doch das waren nur Worte", lautet Kollers Fazit. Dabei habe Dr. Dirk Richhardt ihnen mit seinen Kontakten weiterhelfen wollen. Daraus sei aber nichts geworden, behauptet Koller. "Termine wurden nicht eingehalten, man hat uns nicht ernst genommen." Auch finanziell gab es keine Hilfe. Grüne und SPD hätten mitgeteilt, dass sie die Idee toll finden. Das allein habe aber nicht gereicht.

Statt die Kirmes-Idee zu unterstützen, habe man beim Stadtmarketing die alten Wege beschritten und zum Beispiel eine Snowparty veranstaltet. "Da kamen gerade mal 30 junge Leute, weil sich alle anderen davon nicht angesprochen fühlen", davon ist Koller überzeugt. Eine Vision reiche eben nicht aus. "Wir haben uns viel Mühe gegeben und sogar überlegt, einen Verein zu gründen", sagt er. Allein eine Vereinsgründung koste mindestens 120 Euro. 2005 gab es die letzte Kirmes in Homberg und so wie es nun aussieht, wird es auch dabei bleiben.

Von Maja Yüce

Dr. Dirk Richhart: „Das enttäuscht mich“

Überrascht zeigt sich der Geschäftsführer des Stadtmarketings, Dr. Dirk Richhardt, von dem Aus für die Homberger Kirmes. „Ich habe die Organisatoren nicht stehen lassen. Im Gegenteil, ich habe sie unterstützt und immer wieder nachgefragt, was die Pläne machen“, sagt Richhardt.

So habe sich Marc Koller gerade in der vergangenen Woche bei ihm gemeldet. Er habe sich für die gute Zusammenarbeit und das offene Ohr bedankt. „Ich habe die Pläne sogar im Magistrat vorgestellt. Das mache ich nur, wenn ich davon überzeugt bin, dass es gelingen kann“, betont er.

Eine erste kleine Kirmes wäre sicher möglich gewesen, so seine Einschätzung. Eine Liste mit Marktbeschickern habe er den Initiatoren gegeben. Und auch das Gelände am Stellberg hätte zur Verfügung gestanden. Auch sei es Koller gewesen, der zu einem Termin nicht erschienen ist, weil er es schlichtweg vergessen habe.

Die Organisation einer Kirmes sei sehr viel Arbeit, sagt Richhardt. Vielleicht hätten die jungen Männer das unterschätzt. Marc Koller habe ihm geschrieben, dass er erkannt habe, dass sie ohne finanzielle Unterstützung der Stadt sowie bedingt durch Zeitmangel, den Schule und Arbeit mit sich bringen, die Pläne nicht weiter verfolgen könnten. Die Kritik Kollers könne er nicht nachvollziehen. „Das enttäuscht mich“, sagt Richhardt. (may)

Quelle: HNA

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