Kahlschlag: Am Homberger Burgberg wurden zahlreiche Bäume gefällt

Groß und gesund aussehend: Landart-Künstler Hans-Joachim Bauer sieht keine Erkrankung im Holz. Er ist wütend, dass so viele Bäume im Wald rund um den Homberger Burgberg gefällt wurden.

Homberg. Wenn er durch den Wald hoch zum Homberger Burgberg geht, dann bricht für Dr. Hans-Joachim Bauer jedes Mal aufs Neue eine Welt zusammen. Wut und Enttäuschung sitzen tief.

Was ihn so trifft, ist der Kahlschlag, wie er es nennt. Denn im gesamten Bereich des Schlossberges hat Hessen Forst in den vergangenen Wochen Bäume gefällt.

Das habe aus Gründen der Verkehrssicherheit gemacht werden müssen, erklärt Florian Koch, stellvertretender Leiter des Forstamtes Neukirchen. Insbesondere in den Bereichen von Erholungseinrichtungen wie Wanderparkplätzen oder -pfaden seien Bäume entnommen worden, die auf Grund ihres Zustands zu einer Gefahr für Spaziergänger und Co. hätten werden können.

„Es ist in den vergangenen 70 Jahren keinem ein Ast auf den Kopf gefallen, und das wäre bestimmt auch in den nächsten 70 Jahren nicht passiert“, sagt dagegen Bauer. Er räumt ein, dass er nicht sachlich argumentiert und eigentlich auch gar nicht die Erklärung von Hessen Forst hören will. „Man kann immer sagen, dass etwas gemacht werden musste“, sagt Bauer. Das ändere aber nichts an seinem Entsetzen. Und er sei damit nicht allein.

Und dann zeigt er, was ihm zu schaffen macht - mit einem Zollstock vermisst er einen großen Baumstumpf: 1,20 Meter. Und dann deutet er auf den kläglichen Rest des einstigen Riesen: „Für mich sieht der gesund aus, da sind keine faulen Stellen“, sagt er. Und solche Beispiele gebe es viele. Tatsächlich sind wenige Schritte weiter wieder Baumstümpfe zu sehen. Der Hauptweg zur Burg ist heller geworden und lässt sich ohne Hindernisse begehen. Der Anblick stimme ihn als Landart-Künstler traurig. Und dann spricht er von einem schrecklichen Baumfrevel. Natürlich müssten auch mal Bäume gefällt werden, aber doch nicht so viele. Homberg bedeute so viel wie hoher Berg und der Wald um den Schlossberg sei ein wichtiger Teil der Stadt.

Quelle: HNA

Kommentare