Homberger Heimatmuseum präsentiert Schätze aus der Küche

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Urtümliche Küchenschätze: (von links) Kuratoriumsvorsitzende Stephanie Jacob-Clobes, ihr Stellvertreter Karl Otto Schmitt, Volker Kehl, Alois und Ursula Jacob, Lydia Köhler und Luise Holfeld beim Aufbau der Ausstellung mit einigen Backutensilien von anno dazumal.

Homberg. "Eine Hausfrau schaffte es früher nicht, auch noch zusätzlich einen Beruf ausüben. Dafür waren die Tätigkeiten im Haushalt einfach zu arbeits- und zeitaufwändig", sagt Karl Otto Schmitt, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des Homberger Heimatmuseums.

Und diese Aussage versteht sich angesichts diverser historischer Exponate rund um "das bisschen Haushalt" quasi von allein.

Eine Ausstellung mit jeder Menge Haushaltsgegenständen (nicht nur) von anno dazumal gibt es ab Sonntag, 9. Dezember, von 11 bis 17 Uhr im Heimatmuseum zu sehen.

Um die hauswirtschaftlichen Entwicklungen zu dokumentieren, sind neben den historischen Geräten auch moderne Haushaltshelfer präsent. Als Vertreter unterschiedlicher Jahrzehnte stehen schwergewichtige gusseiserne Backformen und ultra-leichtes Silikon-Konstrukt, Kaiser-Natron und moderne Chemiekeule sowie handgeschriebene Rezeptbücher und gedruckte Fingerfood-Lektüre beieinander.

Manch wehmütige Erinnerung verbindet sich mit den Exponaten aus der Küche der Vorfahren. So denkt Kuratoriumsmitglied Luise Holfeld gern an einen Gaumenschmaus aus dem ausgestellten Rezeptbuch ihrer heute 98-jährigen Mutter Gertrud Vesper zurück. Nur zu Weihnachten habe die Mutter eine leckere Apfelsinencreme, jenes fruchtige Dessert aus zwölf Eiern, einem Pfund Zucker, 14 Blatt Gelatine, einem halben Kännchen Arrak und dem Saft von je zwei Orangen und Zitronen, aufgetischt mit Sahnehäubchen.

Weitere nostalgische Ausstellungs-Hingucker sind ein antiker Krauthobel anno 1855, ein eiserner Bohnenschnippler, Quarkpresse, Butterfass und Butterwiege, diverse Kaffeemühlen und Plätteisen sowie Back- und Kochutensilien.

Besonders beeindruckend präsentieren sich gusseiserne Kraftprotze, darunter ein wuchtiges Waffeleisen, ein Schnellkochtopf aus den 1920er-Jahren mit geradezu Furcht einflößenden Ventilen und Verschlüssen sowie eine Kaffeeröste aus dem 19. Jahrhundert. Da zumeist das Geld für Kaffeebohnen fehlte, wurde Gerste für Malzkaffee geröstet. Dabei habe das Behältnis sich stets über dem Herdfeuer bewegt und der Deckel fest geschlossen werden müssen. "Sonst sprang die Gerste wild durch die Küche", erinnert sich Karl Otto Schmitt und schmunzelt.

Bei vielen Tätigkeiten im Haushalt seien eben Erfahrung und kräftiges Zupacken der Hausfrau nötig gewesen. Das bisschen Haushalt war so zuweilen echte Schwerstarbeit.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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