Stadt informierte über Erfahrungen und Pläne

Test des Homberger Kreisels: So ist es gelaufen

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Homberg. Die Testphase für den Kreisel auf der Drehscheibe in Hombergvor und während der Sommerferien ist vorüber. Die Stadt informierte nun über die Ergebnisse.

In einer Veranstaltung, an der 40 bis 50 Homberger teilnahmen, informierten die Stadt und der Verkehrsgutachter Andreas Schmitz (Büro IKS, Kassel) über Erfahrungen und Pläne.

Nutzerzahlen 

Zu Spitzenzeiten befuhren 1540 Fahrzeuge den Kreisel. Das sind 170 mehr als vor dem provisorischen Umbau für diesen Knotenpunkt ermittelt wurden.

Unfälle 

Nach Angaben der Polizei gab es bisher im Bereich des Kreisels keinen nennenswerten Unfall. Nach Einschätzung der Stadt gebe es zwar hin und wieder Konflikte um die Vorfahrt, wegen der geringen Fahrgeschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer gebe es aber kaum problematische Situationen.

Zebrastreifen 

Die Zebrastreifen sollten auch bei einem endgültigen Ausbau dicht am Kreisel platziert werden, rät der Verkehrsgutachter. Ohne eine Regelung für Fußgänger unmittelbar am Kreisel gehe es nicht, sonst würde es zu Konflikten kommen. An der Einmündung Ziegenhainer Straße/Bindeweg könnte eine weitere Überquerungshilfe sinnvoll sein.

Strassenumbau 

Bürgermeister Dr. Nico Ritz stellte Pläne für den Ausbau des Kreisels sowie die Zufahrtsbereiche in Kasseler Straße und Ziegenhainer Straße vor. Durch den geplanten Bau des Einkaufszentrums werden in den Randbereichen der Fahrbahn Flächen frei, die genutzt werden könnten, um die Gehwege zu verbreitern, Bäume anzupflanzen und Parkstreifen neu zu gestalten. Da keine Linksabbiegespuren mehr benötigt werden, könnten die Fahrbahnen in den Bereichen vor dem Kreisel schmaler werden.

Denkbar wäre auch, diese Abschnitte in der Kasseler Straße und der Ziegenhainer Straße zu pflastern, um den Kraftfahrern zu signalisieren, dass sie sich im Innenstadtbereich befinden.

Kosten 

Die Kosten allein für den Bau des Kreisels betragen nach Angaben des Bürgermeisters 250 000 bis 300 000 Euro. Der Investor Schoofs, der an der Drehscheibe ein Einkaufszentrum errichten will, übernehme einen Festbetrag von 350 000 Euro, berichtete Ritz gegenüber der HNA.

Eine Neugestaltung der Straßen (wie beschrieben) würde den Aufwand deutlich erhöhen. Ohne Kredite wäre das nicht zu finanzieren.

Zur Höhe der Kosten könne er noch keine Angaben machen. Magistrat und Stadtverordnete sollen dazu in den kommenden Monaten Entscheidungen treffen. Im Haushalt 2017 werde diese Position dann entsprechend berücksichtigt. Die Stadt bemühe sich um Zuschüsse.

Zeitliche Planung 

Die Testphase ist eigentlich längst vorüber. Das Provisorium könnte aber nach Ansicht von Bürgermeister Ritz bis zu einem endgültigen Ausbau bestehen bleiben, wenn vorhandene Barrieren vor allem für Sehbehinderte beseitigt würden. Der weitere Zeitplan hänge auch davon ab, ob lediglich der Kreisel selbst gebaut oder auch die Straßenanschlüsse (wie geschildert) ausgebaut werden sollen.

Allein der Kreiselausbau könnte bereits im Frühjahr erfolgen, ein Ausbau von Kreisel und Ziegenhainer Straße wäre frühestens im Sommer 2017 möglich, ein Ausbau der Kasseler Straße erst im Sommer 2018.

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