Homberger Messerstecher: 14-Jähriger muss fünf Jahre ins Gefängnis

Homberg/Kassel. Zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren hat das Kasseler Landgericht am Mittwoch einen 14-Jährigen wegen versuchten Mordes verurteilt. Er war 2010 beim Klauen erwischt worden, hatte vor einem Homberger Drogeriemarkt ein Messer gezückt und beinahe einen Mann erstochen.

Nach dreitägiger Verhandlung, die wegen des Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde, befand das Gericht den Jugendlichen des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.

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Am Nikolaustag 2010 hatte der Junge, der erst wenige Wochen zuvor 14 jahre alt und damit überhaupt erst strafmündig geworden war, in dem Drogeriemarkt Schokolade und ein Handy eingesteckt. Als ihn eine Ladendetektivin deshalb vor der Tür aufhalten wollte, schlug er zu.

Die Auseinandersetzung eskalierte, nachdem zwei Passanten der 29-jährigen Frau zu Hilfe gekommen waren. Einem 39-jährigen Homberger stach der Jugendliche dabei so gefährlich in den Bauch, dass der Mann nur dank einer sofortigen Notoperation überlebte. Der andere, ebenfalls aus Homberg, kam glimpflicher davon: Er erlitt Verletzungen am Arm.

Der Junge hatte erst seit Oktober 2010 in der Kreisstadt gelebt und war in einer Wohngruppe für auffällige Kinder und Jugendliche untergebracht. Nach seiner Festnahme gestand der 14-Jährige zudem einen versuchten Raubüberfall: Ende November 2010 hatte der Junge den Inhaber eines Gemüseladens in Homberg mit einem Messer bedroht. Doch weil der sich nicht einschüchtern ließ, trat der Jugendliche die Flucht an.

Sein eigenes Messer warf er danach weg – um sich wenig später ein größeres zu klauen. Mit fatalen Folgen: Am 6. Dezember zog er es vor der Tür des Drogeriemarktes aus der Tasche. Und tötete um ein Haar einen Menschen.

Quelle: HNA

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