Homberger Motorenhersteller verkauft an brasilianisches Unternehmen

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Zufriedene Gesichter: (von links) Uwe Guthardt (Katt-Geschäftsführer), Detlef Wortmann von WEG-Deutschland, Andreas Elcik und Wolfgang Paul vom Katt-Betriebsrat, Klaus Sirrenberg von WEG-Deutschland sowie Wilmar Henning, Geschäftsführer WEG-Deutschland.

Homberg. Die Homberger Firma AKH Antriebstechnik Katt Hessen ist jetzt in brasilianischer Hand. Die Geschäftsanteile des Unternehmens wurden von der Firma WEG mit Hauptsitz in Brasilien gekauft.

Allerdings müssen noch Behörden - wie das Kartellamt - der Übernahme zustimmen.

Er habe sich überlegt, wie die Zukunft des Homberger Standortes gesichert werden kann, sagt Uwe Guthardt, AKH-Geschäftsführer. 183 Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen beschäftigt und das soll auch künftig so bleiben, betont Guthardt.

Es sei immer schwieriger geworden, als Mittelständler auf dem Markt zu existieren. „Der globale Markt trifft den Mittelstand mit aller Macht“, so Guthardt. Gerade Produkte wie die hochspezifischen Sondermotoren, die Katt herstellt, „kann man schlecht am Telefon verkaufen.“ Dafür hätte man in den relevanten Ländern wie etwa China und Amerika Vertrieb und Service aufbauen müssen. Ein Netzwerk, über das die WEG, die Elektromotoren produziert und weltweit in rund 100 Länder verkauft, verfügt. „Das wird ein Vorteil für uns sein.“

Die vergangenen drei Jahre habe AKH genutzt, um sich auf Wachstum auszurichten und Neueinstellungen vorgenommen. „Das Wachstum hätte in diesem Jahr kommen sollen - es kam nicht wie geplant“, sagt Guthahrdt.

Die Finanzkrise in Europa und ein schwächelnder Markt in China seien zwei Gründe dafür. „Wir konnten keine Zuwächse generieren.“ 2013 habe AKH 14,5 Mio. Euro Umsatz erzielt. Das sei zu wenig. „Wir hatten schon mal 17 Mio. Euro, mit weniger Mitarbeitern. Die Auslastung war einfach nicht mehr auf dem Niveau, wie sie sein sollte“, so Guthardt.

Das soll sich ändern: Ziel der Übernahme sei es, dass beide Häuser Wachstum generieren. „Wir wachsen jetzt zusammen“, so Klaus Sirrenberg, von WEG Deutschland. Man wolle den Standort Homberg sichern und ausbauen. „Das Unternehmen wird durch die Übernahme gestärkt“, erklärt Wilmar Henning, Geschäftsführer WEG-Deutschland. „Wir sehen große Entwicklungschancen am Standort Homberg“, betont Detlef Wortmann von WEG Deutschland. Das Sondermotoren-Wissen habe man in Homberg, während WEG bislang auf Serienmotoren spezialisiert sei (Hintergrund). „Man kann es als Kompliment auffassen, wenn ein Weltmarktführer wie die WEG sich für einen interessiert“, so Sirrenberg. Grund für das Interesse sei, dass man den Markt und auch AKH kenne - seit mehr als 20 Jahren. „Wir wissen, was hier geleistet und entwickelt wird“, so Wortmann. Die Sondermotoren seien eine sehr gute Ergänzung zur Produktpalette der WEG.

„Wir haben jetzt mehr Sicherheit im Rücken. Das war eine einmalige Chance“, so der 59-jährige Guthardt, der ebenso wie Konrad Kadletz Geschäftsführer bleibe - im Angestelltenverhältnis.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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