Homberger Raubüberfall: Ein Augenzeuge berichtet vom Polizei-Einsatz

Schwalm-Eder. Es war ein spektakulärer Polizei-Einsatz, der sich am Mittwochabend in Homberg abspielte - und bei dem drei Männer während eines Raubüberfalls festgenommen wurden. Nun berichtet ein Augenzeuge: Er erzählt von Maschinenpistolen und granatenähnlichen Geräuschen.

Die Ereignisse von Mittwochabend beschäftigen Hartwich von Unwerth bis heute. Er war zufällig Augenzeuge - und von Unwerth ist beileibe nicht zimperlich. Erschreckt hat er sich am Mittwochabend allerdings schon. „Aus dem Nichts krachte es plötzlich zweimal. Das klang wie Granaten“, sagt der 50-jährige Homberger. Und auf einmal befand er sich mitten in der Festnahme der drei mutmaßlichen Serienräuber.

Der langjährige Bundeswehrsoldat ist alarmiert: „Irgendwelche Böller waren das nicht, das habe ich sofort gehört“, sagt er im Gespräch mit der HNA. Der kräftige und aufmerksame Nachbar zieht sich seine Jacke über, schnappt sich seine große Maglite-Taschenlampe und stürmt vor die Haustür.

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Was er sieht, überrascht ihn: „Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Überall waren Leute, jede Menge Fahrzeuge und auf dem Boden eine Art Signalfackel.“ Von einem der Nachbarhäuser dringen aufgeregte Schreie und Gepolter zu ihm herüber. Er rennt zurück ins Haus und verständigt die Polizei in Homberg. „Ich hatte ja keine Ahnung, was da passiert. Ich dachte, eine Schlägerei oder etwas Schlimmeres. Mein Nachbar hätte überfallen werden können.“ Auf dem Weg zu dessen Grundstück wird er gestoppt. Zwei Polizisten versperren ihm den Weg. „Einer in Zivil und einer in voller Montur. Der hatte ein Visier, eine Splitterschutzweste und eine Maschinenpistole. Das sah bedrohlich aus.“

Die Beamten seien höflich, aber bestimmt gewesen. Er könne nicht weitergehen. Dort laufe gerade ein gefährlicher Polizeieinsatz. Er erfährt, dass drei Männer festgenommen werden. Hartwich von Unwerth schaut weiter zu: „Ich konnte erkennen, dass die Polizisten einen der Täter zu Boden drücken und versuchten, ihn unten zu halten.“

Zum Glück hatten sich die Täter dieses Haus ausgesucht: „Das ist eigentlich unbewohnt.“ Nur der Sohn der Eigentümer sei hin und wieder mal dort, sagt von Unwerth. Zum Abschluss des Einsatzes hält ein Mercedes-Benz, Typ C-Klasse, neben ihm: Ein Mann in Zivil mit einer Polizei-Armbinde sei ausgestiegen und habe ihm nochmals für seine Aufmerksamkeit gedankt. Die Bewohner des Hauses in direkter Nachbarschaft zum Tatort hatten einen guten Grund, nicht vor die Tür zu gehen. „Die Polizei hatte uns bereits einige Tage vor dem Zugriff darüber informiert, dass so etwas geschehen könnte“, sagt ein 21-jähriger Anwohner, der anonym bleiben möchte.

Phantombilder: Mit diesen beiden Bildern fahndete die Polizei auch in der HNA nach den Niedervorschützer Tätern. Fotos: privat

Er dürfe aber gar nichts erzählen. Er sei um Verschwiegenheit gebeten worden. Daran möchte er sich halten. Während des Einsatzes sei es zur Sache gegangen. „Uns ist schon mulmig geworden, wir wollten gar nicht wissen, was da genau passiert“, sagt er. Die Polizei habe sich später noch bei ihm gemeldet und Entwarnung gegeben. Die Lage sei wieder sicher. Jedenfalls, was diese Täter angehe. „Eine absolute Sicherheit gibt es ja ohnehin nicht. Ich bin aber froh, dass diese Nummer jetzt vorüber ist“, sagt der 21-Jährige und schließt die Haustür.

Von Damai D. Dewert

Ein Video zum Thema folgt in Kürze

Quelle: HNA

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