Ehemaliges Weckesser-Gelände

Homberger Stadtverordnete beraten: Ja zum Netto-Markt?

Leerstand: Das ehemalige Autohaus Weckesser in Homberg.

Homberg. Werden die Homberger Stadtverordneten den Weg für einen Netto-Markt auf dem ehemaligen Weckesser-Gelände in Homberg freimachen? Erneut wird sich das Parlament mit diesem Thema beschäftigen.

Von vorne: Der Projektentwickler Ratisbona aus Regensburg würde gerne so schnell wie möglich auf dem Weckesser-Gelände am Schmückebergsweg einen Netto-Markt errichten. Doch diese Pläne haben die Homberger Stadtverordneten erst mal durchkreuzt: Sie hatten im März eine Veränderungssperre für das Gelände verhängt. Was einer – zumindest vorläufigen – Absage an die Ratisbona-Pläne gleichkam.

Damit wollten sich die Parlamentarier Zeit für die Entwicklung des innenstadtnahen Ulrich-Geländes verschaffen. Denn sie trieb die Sorge um, dass die Regionalplanung sich gegen die Neuansiedelung eines großflächigen Einzelhandels (Kaufland) aussprechen würde, wenn es zugleich ein zusätzliches Netto-Angebot gebe. Schließlich gebe es laut einer Studie bereits reichlich Einzelhandel in Homberg, sodass die Regionalplanung den Plänen für einen neuen, großen Markt eine Absage erteilen könnte.

Die Stadtverordneten werden nun darüber entscheiden, ob die Veränderungssperre weiterhin bestehen bleibt. Denn der Grund, der sie zu diesem Schritt veranlasste, existiere nicht mehr, erläuterte Bürgermeister Dr. Nico Ritz am Montag in der Bauausschusssitzung. Anders als ursprünglich in Betracht gezogen, werde sich auf dem Ulrich-Gelände kein Kaufland neu ansiedeln. „Das ist vom Tisch“, sagte Ritz. Stattdessen habe der bereits bestehende Rewe-Markt signalisiert, in das von den Projektplanern Schoofs Immobilien aus Frankfurt geplante Einkaufszentrum auf dem Ulrich-Gelände einziehen zu wollen. Zusätzlich bestehe das Ziel, einen bestehenden Discounter dort anzusiedeln.

Somit bewege man sich mit der verhängten Veränderungssperre „auf dünnem Eis“, erklärte Ritz. Die Gewinnchancen für einen Prozess seien deutlich kleiner als 50 Prozent. Hebe man die Sperre auf, entstünden der Stadt keine Kosten. Bei einem langwierigen Verfahren mit ungewissem Ausgang könnten auch Schadenersatzforderungen des Investors und des Grundstückeigentümers auf Homberg zukommen, legte Ritz die Alternativen dar. Ratisbona habe mitgeteilt, beim Kreis Widerspruch eingelegt zu haben und auch einen Prozess nicht zu scheuen.

Während sich Dietmar Groß und Günther Koch (FWG) dafür aussprachen, die Veränderungssperre aufrecht zu halten und somit Zeit für die Entwicklung auf dem Ulrich-Gelände zu gewinnen und dieser nicht zu schaden, plädierte Reinhard Fröde (CDU) dafür, dass man die Investoren gleichbehandeln müsse. „Sonst ist das nicht korrekt.“ Und Holger Jütte (FDP) stellte fest, dass es keinen Grund mehr gebe, um gegen den Netto-Markt zu sein.

• Magistrat und Bauausschuss empfehlen den Stadtverordneten mehrheitlich, die Veränderungssperre aufzuheben.

Termin: Stadtverordnetensitzung, Donnerstag, 23. Juli, Haus des Gastes in Hülsa

Quelle: HNA

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