Mehr Kunden und Dividende von 6,5 Prozent

Homberger Stromversorger reagiert gelassen auf stärkeren Wettbewerb

+
Legte den Geschäftsbericht für 2013 vor: KBG-Geschäftsführer Wolfgang Imberger vor dem Gebäude im Ostpreußenweg.

Homberg. Auf die Entwicklung des nordhessischen Strommarktes, unter anderem mit der Neugründung der EAM, reagiert der Homberger Energieversorger KBG (Kraftstrom Bezugsgenossenschaft) gelassen. „Das sehen wir sportlich", meinte Geschäftsführer Wolfgang Imberger im Gespräch mit der HNA.

Die KBG habe eine starke Kundenbindung und sei schon seit 94 Jahren am Markt. Die EAM müsse ihren Vertrieb erst neu aufbauen. 8700 Kunden versorgt das Unternehmen in Homberg und der Region, 1407 davon sind auch Mitglieder der Genossenschaft. Sie werden für das Geschäftsjahr 2013 eine Dividende von 6,5 Prozent erhalten, wie Imberger in der Mitgliederversammlung am Mittwoch berichtete.

Das niedrige Zinsniveau, aber auch ein Rückgang beim Stromabsatz hätten dafür gesorgt, dass der Bilanzgewinn von 122.000 Euro (2012) auf 64.000 Euro im vergangenen Jahr sank. Geschuldet sei dies auch der schwachen Konjunktur in Homberg, den Leerständen und der Bevölkerungsentwicklung.

Die Übernahme der Netzkonzessionen für die Homberger Stadtteile durch die KBG ist nach Angaben Imbergers noch immer nicht abgeschlossen. Dagegen hatte Eon Mitte geklagt. Der Bundesgerichtshof habe nun entschieden, dass das Verfahren zur Übernahme der Mittelspannungsleitungen so nicht rechtens gewesen sei. Ein juristischer Fehler, der weder von der Stadt noch von der KBG verursacht worden sei, jetzt aber dazu führe, dass die Stadtverordneten neu abstimmen müssten.

Ärgerlich für die KBG: Das Unternehmen habe sich personell und mit seiner Infrastruktur bereits auf die Übernahme der Netzkonzessionen eingestellt. Und die Verfahrenskosten belaufen sich laut Imberger auf 70.000 Euro.

Für den stärkeren Wettbewerb habe sich die KBG unter anderem mit einem neuen Marketing-Konzept gewappnet, berichtete Imberger. Der Internetauftritt sei erneuert worden, und mit einem Infomobil sei man bei Veranstaltungen präsent. Kunden können an Energiespar-Workshops teilnehmen. Vier solche Veranstaltungen gab es bereits.

Angeboten werden verschiedene Tarifmodelle mit Ökostrom und Sparoptionen sowie eine Preisbremse, mit der die Konditionen um ein Jahr verlängert werden.

Im gängigsten Tarif zahlen KBG-Kunden derzeit einen Strompreis von 26,9 Cent pro Kilowattstunde sowie einen monatlichen Grundpreis von 7,55 Euro. Bis zum 1. Januar 2014 hatte der Strompreis bei 25,28 Cent gelegen.

Erfreulich habe sich das Gas-Geschäft entwickelt, sagte Imberger. Die Zahl der Kunden sei von 525 im Jahr 2012 auf 588 im vergangenen Jahr gestiegen.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

Kommentare