Homberger Zahnarzt Dr. Karsten Rübeling: Hilfseinsatz auf den Kapverden

Dr. Karsten Rübeling

Homberg. Er hat Urlaub genommen, nur um wieder arbeiten zu können. Dr. Karsten Rübeling war gerade für zwei Wochen auf den Kapverdischen Inseln.

Auf Santiago aber lag er nicht etwa am Strand, sondern saß und stand dort, wo er auch in seiner Praxis in Homberg immer sitzt und steht: am Behandlungsstuhl von Patienten.

Auf der Insel vor der westafrikanischen Küste gibt es zwar viel Sonne, aber kaum Zahnärzte und schon gar keine zahnmedizinische Grundversorgung. Deshalb ist die mobile Einheit, mit der die Stiftung Zahnärzte ohne Grenzen anreist und in einem ärztlichen Versorgungszentrum arbeitet, dort sehr willkommen. Einen Mangel an Patienten habe es für sein Team an keinem einzigen Tag gegeben, berichtet Rübeling, der mit drei weiteren Dentisten und vier Helferinnen im Einsatz war. An jedem Tag standen 30 bis 40 Patienten auf dem Behandlungsplan.

Zwei Drittel davon waren Kinder und Jugendliche. Das wundert den 34-Jährigen nicht. Die junge Generation stehe einem Problem gegenüber, das es in dieser Form bislang auf den Kapverden noch nicht gegeben habe, sagt Rübeling: Und das heißt Süßigkeiten.

Händler schlügen vor den Schulen Verkaufsstände auf, immer mehr Kinder neigten dazu, mittags zu Schokoriegeln und Snacks zu greifen, statt zu einem nahrhaften und gesunden Essen. Das ziehe in einem Land, in dem die Zahnreinigung lange nicht den selben Stellenwert habe wie hierzulande, unmittelbar Konsequenzen nach sich: „Da sind die Zähne schnell hin.“

Deshalb standen auf Rübelings Arbeitsplan nicht nur das Behandeln und Ziehen von Zähnen, sondern auch ein Besuch in einer Schule, wo er den Kindern zeigte, wie man vernünftig Zähne putzt und schützt. „Das Thema Aufklärung ist mindestens genauso wichtig wie die Behandlung selbst“, sagt der 34-Jährige.

Und auch, wenn die Verständigung nicht immer einfach gewesen sei, ist er froh, seinen Urlaub in diese Erfahrung investiert zu haben. „Es hat sich gelohnt, über den Tellerrand zu schauen“, sagt der Homberger. Sein Tipp: Wer in seinem Job die Chance habe, Entwicklungshilfe zu leisten, sollte das tun. „Es rückt die eigene Arbeit in ein neues Licht: Was hier selbstverständlich ist, ist dort die Ausnahme.“

Quelle: HNA

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