Hommage an die unsterbliche Marlene Dietrich

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Begeisterten ihr Publikum: Die Kasseler Künstlerinnen Claudia Riemann (links) und Julia Reingardt am Piano gestalteten einen unterhaltsamen Chanson-Abend mit Liedern von Marlene Dietrich.

Spangenberg. Marlene Dietrich, die Unsterbliche, wurde am Samstag für zwei Stunden im Spangenberger Stadtcafé wieder lebendig.

Claudia Riemann und Julia Reingardt (Piano) gaben der außergewöhnlichen Künstlerin, die nie ein Blatt vor den Mund nahm, mit ihren Liedern, Lesungen aus Biografien über die Dietrich und Auszügen aus Interviews eine Stimme.

Im voll besetzten Saal des Stadtcafés standen die Künstlerinnen auf der Bühne, die an dieser Stelle bereits Hildegard Knef und Zarah Leander verkörpert hatten.

Lustvoll spielte Marlene Dietrich die Verruchte, zeigte sich mit weiblichen und männlichen Liebhabern, stets trug sie eine perfekte Gleichgültigkeit zur Schau. Ebenso lustvoll erzählte und sang Claudia Riemann, die - den Sprechgesang der Dietrich perfekt imitierend - einen musikalischen Bogen über ihr Liedrepertoire spann.

Das Bild der makellosen Schönheit steht neben dem einer alternden Diva in selbstgewählter Einsamkeit. Preußische Erziehung, eiserne Disziplin, eine unnahbare Frau, die sich zum Kunstwerk stilisierte. „Keiner kam ihr auf die Spur, vielleicht nicht mal sie selbst“, sagte Riemann. Romantik, Ergebenheit und lyrische Leidenschaft habe sie gesucht, das schrieb einst Marlene Dietrichs Tochter. Und. mit Verweis auf die zahllosen Liebhaber: „Sex akzeptierte sie als unvermeidliche Bürde.“ Die letzten elf Jahre ließ sie sich nicht mehr fotografieren, einzig der Schauspieler Maximilian Scheel habe mit einem Film über ihr Leben eine Brücke in ihre Scheinwelt spannen können.

Die Begegnung mit Josef von Sternberg, der eine Hauptdarstellerin für „Der blaue Engel“ suchte, brachte ihr 1930 den Durchbruch. Aber ihre Liedtitel verraten etwas über die Diva: „Ich bin die fesche Lola“, „Lilli Marlen“, „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, (zal)

Quelle: HNA

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