Für Bienen sollen Blühflächen angelegt werden

Honigernte trotz kalten Frühlings nicht in Gefahr

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Honig für die Bienen: Imkerberater Horst Broger hält eine Futterwabe für seine Bienen in den Händen. Die Waben werden den Tieren zur Überwinterung in den Bienenstock gegeben.

Wolfhager Land. Bereits seit die ersten Pollen fliegen, sind die Honigbienen im Wolfhager Land unterwegs, um Nektar zu sammeln.

Trotz des milden Winters und kalten Frühlings ist die Ernte aber nicht in Gefahr. Probleme könnte es erst geben, wenn die ersten Pflanzen verblüht sind, sagt Horst Broger, Imkerberater des Imkervereins Wolfhagen. 

Die Probleme mit der Varroa-Milbe, die die Bienenbrut befällt, ihnen das Blut aussaugt und bei ihnen zu Missbildungen führt, seien im vergangenen Herbst nicht sehr groß gewesen, sagt Broger. „Das hat die Völker nicht so stark geschwächt wie sonst.“ Deshalb habe der milde Winter den Bienen nichts ausgemacht. „Es war gut, dass es im Frühjahr kalt war. So konnten die Völker ihre Brut in Ruhe aufbauen“, sagt der Imkerberater. Aus etwa 8000 bis 10 000 Bienen bestehe ein Volk, sagt Broger. „Die Tiere fliegen aber erst, wenn die Temperaturen wärmer sind als zehn Grad“.

Bienen brauchen Blühflächen

In diesem Jahr hätten die Pflanzen schon besonders früh geblüht. „Das ist wichtig für die Ernte“, erklärt der Imkerberater. Dieses Überangebot sei zwar gut, sagt Broger. Wenn in ein paar Wochen aber alles verblüht sei, könnte eine sogenannte Trachtlücke entstehen. „Das wäre dann ein Problem, weil die Bienen keine neuen Blüten finden, um Honig zu produzieren.“

Ausgefüllt werden könnte diese Lücke mit Hilfe von Blühflächen, die von der Bevölkerung eingerichtet werden könnten. Dort würden Blumen gesät werden, die genau in diesen Lücken blühen und für Nahrung der Bienen und anderer Insekten sorgen. „Der Imkerverein bemüht sich, solche Flächen zu finden“, sagt Broger. Damit das funktioniert, sei aber eine bessere Kooperation zwischen Landwirten und Imkern nötig.

Pflanzenmittel sind Gift

Dass bereits viele Landwirte ihre Pflanzenschutzmittel in der Dämmerung aufbringen, helfe, die Bienen zu schützen, sagt Broger. „Das ist wichtig, weil die Tiere abends den Flug einstellen.“ Die von den Landwirten verwendeten Mittel wirken für die Bienen wie ein Nervengift. Wenn Bienen in einen Sprühnebel geraten, könnten sie die Orientierung verlieren und sterben, sagt der Imkerberater.

Quelle: HNA

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