Sabina Rembiak aus Mühlhausen ist mit dem Programm Weltwärts in Kapstadt

Hoppe Reiter in den Hütten

Möchte ihre Arbeit gegen nichts eintauschen: Sabina Rembiak aus Mühlhausen arbeitet für ein Jahr in einem Kindergarten im südafrikanischen Kapstadt. Foto: nh

Homberg/Kapstadt. Sabina Rembiak hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass es in Kapstadt so kalt und so eng sein könnte. Als die Hombergerin, die am Programm „Weltwärts“ des Bundesentwicklungsministeriums teilnimmt, im deutschen Sommer in Südafrika ankam, herrschte dort tiefer Winter.

Die niedrigen Temperaturen waren nicht das einzige, über was die 20-Jährige staunte: Noch befremdlicher war

das Gefühl der Enge, das sie dort erlebte. Das Land besteche zwar durch seine unglaubliche Weite, schreibt sie unserer Zeitung, doch sei in Kapstadt jedes Haus von einem Zaun oder einer Mauer umgeben. „Nur so fühlen sich die Menschen hier sicher.“

Es fehlt die Sicherheit

Noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft hätten sich viele nicht getraut, mit dem Zug zu fahren. Erst mit der WM und den unzähligen Fans sei auch Sicherheit ins Land gekommen. Dennoch sei die Gefahr, auch am hellen Tag überfallen zu werden, nach wie vor groß.

All das habe ihr anfangs einen ordentlichen Dämpfer versetzt, sagt Sabina Rembiak, doch mittlerweile gehöre es zu ihrem Leben dazu. Denn es sei völlig sinnlos, sich den Kopf über mögliche Gefahren zu zerbrechen, denn sie arbeitet als Weiße in einem Kindergarten in einem Township, einem Vorort, in dem die schwarzen Kapstädter leben – meist in n Wellblechhütten.

In der Einrichtung werden 60 Kinder im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren von fünf Erzieherinnen und zwei Freiwilligen betreut. „Ich bin Streitschlichter, Kuschelkissen und Mama in einem“, schreibt Sabina Rembiak. Morgens und mittags füttert sie Babys, singt sie mit den Kindern afrikanische, englische und auch deutsche Kinderlieder. Der Renner unter den deutschen Liedern ist „Hoppe, hoppe Reiter“.

Gefühl für den Rhythmus

Doch eine Sache gibt es, in der sie den afrikanischen Kindern weit unterlegen ist: „Wenn ich tanze, fühle ich mich völlig steif. Selbst die kleinen Kinder haben einen unglaublichen Schwung in den Hüften. Die Menschen haben den Rhythmus im Blut.“

Fast die Hälfte ihres Freiwilligenjahres ist nun schon vorbei. Sie ist froh, in Kapstadt gelandet zu sein. „Ich möchte meine Arbeit gegen nichts in der Welt eintauschen“, sagt sie. Muss sie auch noch nicht: Sie hat noch sechs Monate Zeit, das Leben im südlichen Afrika zu genießen. (bra)

Quelle: HNA

Kommentare