Keine Bewährung

Horrorfahrt durch Ascherode: Gefängnisstrafe für 18-Jährigen

Treysa. Ohne Führerschein, dafür aber mit 1,8 Promille und nach eigenen Angaben unter Amphetamin stehend, verursachte ein 18-Jähriger im Sommer einen schweren Verkehrsunfall.

Nach der Kollision in Ascherode beging der Mann Fahrerflucht. Ein Suchtrupp der Feuerwehr fand ihn versteckt in einem Keller. Bei dem Unfall wurden drei Autos beschädigt und eine 71-jährige Frau schwer verletzt.

Kürzlich musste sich der Arbeitssuchende vor dem Jugendschöffengericht in Schwalmstadt wegen der Tat verantworten. Am Ende gab es für den bereits mehrfach unter Bewährung stehenden Mann zwei Jahre und vier Monate Haft.

Neben der verhängnisvollen Fahrt hatte die Staatsanwaltschaft dem 19-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain zunächst auch noch Kennzeichendiebstahl und Urkundenfälschung vorgeworfen. Darüber hinaus sei der Angeklagte bereits vormittags mit dem Golf umhergefahren, so die Anklage. Da dem Mann im Prozess aber weder der Kennzeichendiebstahl, noch die erste Fahrt nachgewiesen werden konnte, wurde das Verfahren in diesen Punkten eingestellt. Aufklärung hätte nur die Aussage eines Cousins bringen können, dieser war aber aufgrund einer Haftstrafe nicht unmittelbar greifbar.

Nach durchzechter Nacht habe er das Auto seines Cousins vormittags wegbringen wollen, um keinen Ärger mit der Polizei zu bekommen, erklärte der Angeklagte dem Gericht: „Ich wusste ja, dass er keinen Führerschein hatte.“

Trotz der im Raum stehenden Strafe verfolgte der 19-Jährige die Verhandlung teilnahmslos. Später bat der Mann die bei dem Unfall verletzte Frau nuschelnd um Entschuldigung. Seine Schwester erwies sich dagegen als anderes Kaliber. Zunächst aus dem Zuschauerraum und später als Zeugin beantwortete sie freimütig die Fragen von Richter und Staatsanwaltschaft. „Ich war wirklich sauer auf ihn“, so die Frau.

Eine unfallbeteiligte 77-jährige Frau konnte sich nur noch an einen heftigen Schlag erinnern: „Hinter mir habe ich dann ein qualmendes Auto gesehen und einen jungen Mann, der nach rechts in die Wiese gelaufen ist.“ Der damals hinter der 77-Jährigen fahrende Enkel berichtete dem Gericht von dem aggressiven Fahrstil des Angeklagten: „Er ist mit Karacho und auf zwei Rädern um die Kurve.“ Der Zusammenstoß zwischen dem Golf und ihrem Audi sei aus heiterem Himmel gekommen, erinnerte sich die bei dem Unfall verletzte 77-Jährige. Bis heute habe sie durch einen Wirbelkompressionsbruch und seelische Belastungen mit Einschränkungen zu kämpfen, sagte die Frau.

Angesichts der zahlreichen Vorstrafen forderte der Staatsanwalt für den jungen Mann eine Haftstrafe ohne Bewährung. „Wenn Sie so weiter machen, dann wird ein weiter Teil ihres Lebenswegs hinter Gittern sein. Das prophezeie ich Ihnen“, sagte er.

In seinem Urteil folgte das Gericht größtenteils dem Antrag der Anklage. Bewährungsstrafen hätten den 19-Jährigen nicht davon abgehalten eine Strafe zu begehen, so der Richter in der Begründung: „Sie werfen ihr Leben mit einem Wisch weg.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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