Bau von Insektenhotels – Experte Dieter Engelhardt gibt Tipps

Hotel für Bienen und Hummeln

Mustergültig angelegt: Dieter Engelhardt von der Naturschutzbund-Gruppe Wolfhagen-Naumburg vor dem Insektenhotel am ehemaligen Transformatorenhaus in Bründersen. Foto: Spanel

Bründersen. Des einen Freud, des anderen Leid: Zwar bringen Neubausiedlungen und kultivierte landwirtschaftliche Nutzflächen viele Vorteile für den Menschen mit sich – für Insekten aber sind sie Gift.

Bienen, Florfliegen und Co finden im Sommer kaum noch geeignete Nistplätze. Um Abhilfe zu schaffen, empfehlen Experten das Anbringen von so genannten Insektenhotels.

„Der Januar ist die beste Zeit, um ein Insektenhotel selbst zu bauen“, erklärt Dieter Engelhardt von der Naturschutzbund-Gruppe Wolfhagen-Naumburg. Wer jetzt tätig werde, könne sich schon im Frühjahr über die neue Vielfalt an Insekten im heimischen Garten freuen. „Die angelockten Nutzinsekten fressen Blattläuse, regulieren Schadinsekten und bestäuben Blumen, Sträucher und Bäume.“ Zwar gäbe es schon fertige Insektenhotels in allen Ausführungen und Größen zu kaufen, doch eigentlich sei das überflüssig. „Wer selbst tätig wird, bekommt einen viel besseren Bezug zur Sache.“

Unkomplizierte Bauweise

Der Bau einer solchen Behausung sei unkompliziert. Einsteigern empfiehlt Dieter Engelhardt, sich zuerst an kleineren Modellen zu versuchen. Zuerst müsse ein geeigneter Rahmen gefunden werden, der als Halterung für die passend zurechtgeschnittenen Holzstücke dient. „Am besten eignen sich Laubhölzer wie Buche und Eiche“, so der NABU-Experte. In das Holz müssen etwa vier bis acht Millimeter breite und vier Zentimeter tiefe Schlupflöcher gebohrt werden, die später bis zu 600 verschiedenen Arten von Wildbienen und Wespen Unterschlupf bieten sollen.

In einem letzten Schritt müssen noch die verbliebenen Hohlräume gefüllt werden. Dafür eignen sich mit Stroh gefüllte Blumentöpfe, Schilfrohr und Bambus. Auch Ziegelsteine können genutzt werden – allerdings dürfen die Löcher nicht zu groß sein.

Zusätzlich ausgelegte Steine, trockene Blätter und Tannenzapfen bieten Marienkäfern, Spinnen und Ohrwürmern eine geeignete Rückzugsmöglichkeit. Auch bei der Plazierung des Insektenhotels kann NABU-Experte Dieter Engelhardt einige wichtige Hinweise geben: „Die fertige Behausung sollte in jedem Fall an der Südseite des Hauses angebracht werden.“ Der Standort sollte außerdem sowohl regen- als auch windgeschützt sein und idealerweise in der Nähe von blühenden Pflanzen liegen.

Anschauungsobjekt

Auch bei Kindern kommen die Insektenhotels sehr gut an, sagt Dieter Engelhardt. „Die Behausungen bieten im Sommer eine schöne Gelegenheit zum ausgiebigen Beobachten der vielen Summer“.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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