Für Hubert Daube, Leiter der St.-Martin-SchuleTreysa, ist das Schulende gekommen

Geht in Ruhestand: Hubert Daube trat 1981 seinen Dienst an der Sankt-Martin-Schule an, 2007 wurde er zum Schulleiter berufen. Foto: Rose

Treysa. Nach 34 bewegten Jahren als Lehrer geht Hubert Daube (63) in Penion. Nun freut er sich, auch außerhalb der Schulferien Urlaub machen zu können.

Hubert Daube geht mit einem lachenden, aber vor allem mit einem weinenden Auge: „Ich war immer gerne Lehrer“, sagt der 63-Jährige. Als Schulleiter der Treysaer Förderschule St. Martin war Daube seit 2007 tätig, an der Schule selbst arbeitete er bereits seit 1981 - zunächst als Lehrer und Hauptstudienleiter, ab 1986 als stellvertretender Schulleiter. Und so blickt Daube auf 34 bewegte Jahre zurück.

„Für Inklusion müssen sich auch die Bedingungen ändern, vor allem in der Lehrerausbildung.“

„Einer der größten Unterschiede zu früher ist die Stärke der Schülerakten, die vormals überwiegend aus gerichtlicher Korrespondenz bestanden. Denn die Kinder kamen per Gerichtsbeschluss in unsere Schule. Heute erfolgt die Aufnahme auf Antrag der Eltern.“

Längst sei die Schule nicht allein zum Lernen da: „In meiner Dienstzeit hat sich zusätzlich ein Beratungs- und Förderzentrum entwickelt“, erklärt Daube. „Es sind im Jahr etwa 200 Kinder, die wir beraten und fördern.“

Seit Jahren seien die Schülerzahlen im Bereich der Förderschulen gestiegen. Die Diskussion um die Inklusion habe den Trend vorerst gestoppt. Über die Zukunft der Förderschulen mag Hubert Daube nicht spekulieren: „Aber für Inklusion müssen sich auch die Bedingungen ändern, vor allem in der Lehrerausbildung“, sagt der Pädagoge.

Um Inklusion umsetzen zu können, müsse seiner Meinung nach das gegliederte Schulsystem abgeschafft werden. „Lernen findet in Zeitfenstern statt“, verdeutlicht Daube. „Wenn man das nicht fördert, verlernen die Kinder schlicht zu lernen.“ Als Herausforderung habe er den Spagat zwischen Schule und Beratung empfunden. „Dazu kommen Vorgaben, die sich ständig ändern und der permanente Personalmangel.“ Es fehle an der Schule seit Jahren an Personal. „In die Schwalm will keiner. Dazu kommt, dass Förderlehrer in Niedersachsens besser bezahlt werden.“ An der St.-Martin-Schule habe man eine Lösung gefunden - ein Modell mit sechs Klassen.

Skifreizeit etablierte sich

Besonders gern war Hubert Daube Klassenlehrer. Unter seiner Regie habe sich eine Ski-Freizeit etabliert: „Wir bekamen Spenden und konnten so auf fast 70 Paar Skier samt Schuhe zurück greifen.“ Auch den Werkbereich habe er sehr gern betreut. Unter Daubes Leitung wurde der EDV-Bereich komplett ausgebaut.

Indes habe die Beratung in den vergangenen Jahren zugenommen: „Ich habe mich weitergebildet und Kontakt zu Fachleuten gesucht.“ Ein Vorteil der inklusiven Beschulung sei, dass „wir heute viel früher gerufen werden“.

Fehlen werde ihm die Schule schon. Aber er freue sich, seine Freizeit mit Wünschen ausfüllen zu können. Der Treysaer will weiter Tischtennis spielen und reisen. „Die erste Reise geht in die Berge, nach Südtirol. Die Region ist mir ans Herz gewachsen - und ich habe 37 Jahre darauf gewartet, außerhalb der Ferien verreisen zu können.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare