Am 14. Januar 1959 starben bei einem Absturz auf dem Schwarzenborner Knüllköpfchen acht Soldaten

Vor 55 Jahren: Ein Hubschrauber flog in den Tod

Johannes Steinbrecher

Schwarzenborn - Sie wollten helfen und kamen dabei ums Leben: Auf dem Weg in den Vogelsbergkreis stürzte am 14. Januar 1959 über dem Knüllköpfchen ein Bundeswehrhubschrauber ab. Dabei kamen acht Soldaten ums Leben.

Die Hubschrauberbesatzung war von Fritzlar aus im Rettungseinsatz gewesen. Ein Flugzeug der Bundeswehr hatte sich im Vogelsberg bei einer Notlandung überschlagen und und war schwer beschädigt worden. Dabei hatten sich alle vier Insassen schwer verletzt. Bei dem Versuch, den verletzten Kameraden zu Hilfe zu eilen, kam es wenig später zu dem Drama im Knüll.

Die Besatzung des Transporthubschraubers Vertol H 21 („Fliegende Banane“) der Heeresfliegertransportstaffel 822 aus Fritzlar flog in den Tod.

Johannes Steinbrecher

Zeitzeuge Johannes Steinbrecher aus Ascherode, damals Soldat in der Transportstaffel 822 und am Unglückstag mit einer anderen Maschine als Bordmechaniker in der Luft, erinnert sich: „Die Kameraden der Unglücksmaschine sind mit ihrer H-21 sofort zum Rettungseinsatz nach Crainfeld geschickt worden. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse wollte Pilot Hauptmann Josef Kleppmeier vermutlich im Knüll zwischenlanden. Bei starkem Schneetreiben berührte der Hubschrauber den Boden und stürzte ab.“

Aus dem Wrack des Hubschraubers, der nach dem Aufschlag sofort explodierte und in Flammen aufging, können sieben der acht Insassen nur noch tot geborgen werden. Ein weiteres Besatzungsmitglied, Obergefreiter Heinrich Mertes aus Essen, wurde beim Aufprall aus der Maschine herausgeschleudert und von amerikanischen Soldaten der naheliegenden Radarstation gerettet. Obwohl der 35-jährige noch in die Hephata-Klinik in Treysa gebracht werden konnte, erlag er jedoch bald seinen schweren Verletzungen.

Zum Gedenken an die bei dem Unfall verstorbenen Soldaten wurde ein Jahr später an der Unfallstelle unter großer Anteilnahme mit militärischem Zeremoniell ein Gedenkstein enthüllt.

Auch heute kommt es trotz modernster Technik immer wieder zu Hubschrauberabstürzen.

Vor knapp einem Jahr stürzte ein Kampfhubschrauber Tiger des Kampfhubschrauberregiments 36 aus Fritzlar bei der Gebirgsausbildung in den Alpen ab, Pilot und Waffensystemoffizier wurden damals glücklicherweise nur leicht verletzt.

Von Mattias Haaß

Quelle: HNA

Kommentare