Neues Gehege für Federvieh, Kaninchen und Iltis im Wildpark Knüll

Häschen im Tunnel (oben) und beim Kuscheln mit Kerstin Schwab, Sara Engelbrecht, Dr. Wolfgang Fröhlich und Winfried Becker. Unten: Hühnerleben wie auf dem Bauernhof. Fotos: Thiery

Homberg. Das findet man auch auf dem Lande nur noch selten: Hühner scharren im Dreck und rennen einträchtig mit Hasen über den Hof. Eine Idylle wie auf dem Bauernhof lockt nun am Eingang zum Wildpark Knüll die Familien an. In dem neuen Gehege, genannt Frühlingshof, hoppeln die Hasen über den Platz, Hühner tauchen in den Trog. Alles scheint wie ein Spielparadies. Das 100 Quadratmeter große Freigelände mit den niedlichen Haustieren ist die neue Attraktion im Wildpark Knüll.

Das Gehege soll vor allem für Familien mit Kindern ein Magnet sein. Sie können die Tiere im Stall beobachten und hinaus ins Freigelände treten, mit ihnen tollen, durch den Tunnel robben und sie streicheln.

„Die Tiere sind ganz zutraulich“, erklärt Umweltpädagogin Sara Engelbrecht. Die Kinder könnten so hautnah erfahren, wie man sich den Tieren nähert und ausprobieren, wie sie sich anfühlen. Das neue Gelände biete viele neue Möglichkeiten dazu, und auch die Haltung der Tiere habe sich dadurch wesentlich verbessert, sagte Erster Beigeordneter Winfried Becker bei der Präsentation der Anlage. Bisher waren die Kaninchen in kleinen Ställen untergebracht.

Attraktion Schaubrüter

Neben dem Hühner- und Kaninchenstall gibt es einen Schaubrüter, in dem die Besucher ab dem kommenden Frühjahr beobachten können, wie die Küken schlüpfen. Das Schaubrüten soll eine der großen Attraktionen des Parks zur Zeit der erwachenden Natur werden, daher auch der Name Frühlingshof.

Schon in Kürze wird ein Frettchen in den separaten Stall am Haus ziehen. Damit sollen Informationen über den Lebensraum des Iltis vermittelt werden. „Er ist ein Eiräuber und in der Natur immer in der Nähe von Bauernhöfen zu finden“, sagte Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Tierparks.

Damit sei die Hühnerhofidylle fast perfekt. Damit der Hühnerhabicht die Tiere nicht holen kann, ist ein großes Netz über das Freigelände gespannt. „So können die Tiere Tag und Nacht hinaus auf das Gelände“, sagte Fröhlich. Vorwerkhühner und deutsche Sperberhühner werden den Hof bevölkern. „Beide Rassen sind bedroht“, erklärte Fröhlich. Als Kaninchenrassen werden Deutsche Riesen oder Meißnerwidder über den Hof hoppeln, ebenfalls selten gewordene Rassen.

100 000 Euro Kosten

Das neue Gelände kostete den Eigenbetrieb des Kreises 100 000 Euro. Die Investition sei nötig gewesen und soll die Besucher gleich am Eingang des Wildparks neugierig machen auf die vielen Tiere, sagte Kerstin Schwab, die als Betriebsleiterin die Eigenbetriebe des Kreises übernommen hat.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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