Auf Bauernhöfen in der Region bislang kein Fall von Dioxin im Tierfutter bekannt

Hühnereier sind unbelastet

Er kann durchatmen: Werner Sauer füttert seine Hühner mit Futter, das nach Angaben des Lieferanten den EU-Grenzwert des Dioxingehalts nicht überschreitet. Der Landwirt vermarktet seine Produkte in der Region. Zum Beispiel in Verkaufsautos der Firma Sauer gibt es Eier, Geflügel-, Schweine- und Rindfleisch. Foto: Dietzel

Wolfhager Land. Auf dem Betrieb von Werner Sauer klingelte gestern immerzu das Telefon. „Viele wollen Gewissheit haben, dass unsere Eier unbelastet sind“, sagte Werner Sauer, der einen großen Geflügelhof in Heimarshausen betreibt. Er konnte beruhigen: Das Unternehmen, von dem Sauer Futter für seine 2000 Hühner in Freilandhaltung bezieht, bestätigte gestern Vormittag, dass das Futter keinen bedenklichen Anteil an Dioxin enthalte.

In Hessen ist bislang kein Fall von verseuchtem Futter bekannt. Das Dioxin war in Futter eines Lieferanten aus Schleswig-Holstein gefunden worden. Landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch, Wurst und Eier aus der Region sind also nach jetzigem Stand unbedenklich.

Einige landwirtschaftliche Betriebe wirtschaften ohnehin auf eigener Futterbasis. Das heißt, ein Großteil des Futters besteht aus selbst erzeugtem Getreide. Bei der Schweinemast etwa wird häufig importiertes Sojaschrot als Eiweißstoff hinzu gemischt. Für reichhaltiges Futter reicht die eigene Produktion der heimischen Bauern nicht aus, weil zum Beispiel Soja nur in wärmeren Regionen angebaut werden kann, erklärt Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands.

Dass Giftstoffe in Fertigfutter auftauchen, kann nie ganz ausgeschlossen werden, sagt Landwirt Werner Sauer. „Wir hätten genauso betroffen sein können.“ Jedoch würden die Kraftfutterwerke stets streng kontrolliert. Daher sei der Skandal um das belastete Futter so schnell aufgedeckt worden.

„Wir können nur hoffen, dass es dabei bleibt, dass die Bauern im Landkreis nicht betroffen sind“, sagt Schulte-Ebbert. Bis Ende dieser Woche müsse man noch damit rechnen, dass Fälle von belastetem Futter bei Betrieben im Landkreis bekannt werden, warnt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises.

Auf Futterqualität vertrauen

Landwirte könnten nur schwer durchschauen, was Lieferanten mit dem Futter machen, sagt Schulte-Ebbert. „Niemand hat ein Dioxin-Messgerät zu Hause.“ Den Bauern bleibe daher nichts anderes übrig, als auf gute Qualität des Futters zu vertrauen.

Es sei nachvollziehbar, wenn Verbraucher nun verunsichert seien. Wer jedoch Produkte aus der Region kauft, hat bislang keinen Grund zur Sorge. Die Herkunft von Eiern ist für den Verbraucher gekennzeichnet. Jeder Hof hat eine Kennnummer.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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