Fred Krause und sein Team treiben bei Bewegungsjagden das Wild aus den Verstecken im Wald

Treiber bei der Jagd: Mit den Hunden durchs Dickicht

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Völlig erschöpft: Fred Krause muss seinen fleißigen Jagdterrier nach getaner Arbeit tragen.

Ippinghausen. Mit der Büchse auf Wild anlegen und den Abzug betätigen ist nicht Fred Krauses Ding. Dennoch spielte er am Montag bei der größten Bewegungsjagd im Gebiet des Forstamtes Wolfhagen eine Schlüsselrolle. 

Krause und sein Team streiften als Durchgehhundeführer durch den Wald nahe Ippinghausen. Ihre Aufgabe: Zusammen mit den Hunden treiben sie das Wild aus seinem Versteck den Schützen vors Gewehr.

„Hopp, hopp, hopp!“ Krauses Rufe zerreißen die Stille im Herbstwald. Während sich die Jäger auf ihren Hochständen möglichst lautlos verhalten, machen die Hundeführer Krach. Immer wieder feuert Krause seine drei Deutschen Jagdterrier an. Sie sind es, die die eigentliche Arbeit verrichten. Mit ihren feinen Nasen nehmen sie die Witterung auf. Sobald die Tiere der Spur eines Wildes folgen, geben sie Laut. Dabei unterscheiden sich ihre Spurlaute danach, ob es sich um Schwarzwild, Rotwild oder ein Reh handelt.

„Zwei Jahre dauert die Ausbildung der Hunde“, sagt Phil Krause, der die Jagdterrier zusammen mit seinem Vater trainiert. „Nur etwa jeder neunte bleibt bei uns“. Die Hunde müssen in der Gruppe funktionieren, einen ausgeprägten Jagdinstinkt haben und eine ordentliche Portion Energie mitbringen. Der Student der Forstwirtschaft begleitet seinen Vater seit einigen Jahren auf Treibjagden. Zusammen mit Dirk Zimmermann sind die drei Männer ein eingespieltes Team. Von September bis Ende Januar beteiligen sie sich in einem Umkreis von 100 Kilometern um ihren Heimatort Hessisch Lichtenau an Jagden.

Grobe Orientierung: Forstwirt Marek Kopetz (links) kennt sich im Forstrevier Ippinghausen aus. Er zeigt Hundeführer Phil Krause, wo er zusammen mit seinen Terriern das Wild aufstöbern soll.

„Wir müssen uns auf einander verlassen können“, sagt Fred Krause, der bei der Straßenverwaltung als Berufsschullehrer arbeitet und für die Jagden Urlaub nimmt. Die Männer durchkämmen nahe der Straße von Ippinghausen nach Freienhagen das Unterholz in einer Linie, etwa 40 Meter Abstand sind zwischen ihnen. Ihre Rufe helfen zum einen den Hunden. Sie dienen aber auch den Partnern als Orientierung. Dort, wo die Männer unterwegs sind, stehen Bäume und Sträucher so dicht, dass nach zwei Metern selbst das Orange ihrer Jacken hinter Zweigen verschwunden und von ihnen nichts mehr zu sehen ist. Sich so durch Dickungen zu kämpfen, ist anstrengend und schweißtreibend. „Wir sind dann hochkonzentriert“, sagt Krause, der immer damit rechnen muss, plötzlich vor einem Wildschwein zu stehen. Gefährlich findet er sein Hobby nicht. „Wenn wir uns an die Regeln halten, ist es nicht riskanter, als wenn ich jeden Tag zur Arbeit gehe.“ In den vergangenen 30 Jahren habe es lediglich zwei brenzlige Situationen gegeben.

Die Waffen tragen sie zum Selbstschutz und zum Schutz ihrer Hunde, wenn diese auf eine Sau stoßen, die zuvor von einem Jäger angeschossen wurde und sich verteidigt. „Dann erlösen wir das Wild“, sagt Fred Krause. „Tradition ist mir nicht wichtig.“ Auch das Erlegen des Wildes steht für Krause nicht im Fokus. Es ist das Zusammenspiel zwischen ihm und den Hunden, das ihn reizt.

Quelle: HNA

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