Zum Hungerstreik in der JVA: Schutz für alle

Kassel/Schwalmstadt. Sicherungsverwahrte in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt sind im Hungerstreik. Sie fordern bessere Haftbedingungen. Dies kommentiert HNA-Redakteur Frank Thonicke folgendermaßen:

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Die Sache scheint ganz einfach zu sein: Um die Allgemeinheit zu schützen, kommen ultra-gefährliche Verbrecher in Sicherungsverwahrung. Und niemals mehr raus.

Nur: Ganz so einfach ist es eben nicht. Die in Sicherungsverwahrung sitzen, haben ihre Strafe nämlich schon verbüßt. Sie sind also nicht wie andere Gefangene zu behandeln. Und auch über einen Kamm scheren kann man sie nicht: Da gibt es die brutalen Vergewaltiger und Mörder, die niemand, der bei Verstand ist, herauslassen wird. Aber in Schwalmstadt sitzt auch ein 71-Jähriger im Rollstuhl.

Der hat mit über 50 Einbrüchen und Diebstählen, rund einem Dutzend Urteilen und fünf Fluchten bewiesen, dass er kein Mitglied unserer Gesellschaft ist. Aber wird von dem alten, kranken Mann jemals wieder eine Gefahr ausgehen? Es stimmt aber auch der Satz, wonach jeder Mensch die Freiheit hat, entgegen einer Prognose zu handeln.

Die Lösung: Feste Abschließung der Serientäter nach Außen und größere Freiheit nach innen. Damit wäre das Wichtigste auf humane Weise erreicht: Die Bevölkerung ist geschützt. tho@hna.de

Quelle: HNA

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