Bürgermeister Lothar Vestweber (56) gibt sein Amt ab und geht Ende des Jahres in den Ruhestand

„Ich fahre immer mit Volldampf“

Mehr Zeit für Familie: Lothar Vestweber(Mitte) mit (von links) seiner Ehefrau Angelika Vestweber, Tochter Nicole Vestweber und Enkel Marvin Vestweber. Foto: Schittelkopp

Gilserberg. „Ich fahre immer mit Volldampf“, sagt Lothar Vestweber. 13 Jahre lang prägte er als Bürgermeister die Gemeinde Gilserberg. Seinen Fußabdruck hinterließ er im Hochland. Ende des Jahres geht Vestweber in Ruhestand. Leicht fällt ihm das nicht.

Äußerlich zeigt sich der Volldampf Vestwebers darin, dass er in seinem leicht unterkühlten Büro im kurzärmeligen Hemd sitzt. In Gilserberg ist sein Tatendrang an mehreren Stellen deutlich geworden. „Wir haben viel gebaut“, sagt der 56-Jährige.

„Man sollte nicht am Stuhl kleben.“

Lothar Vesrweber

Er führt die Paritätische Nachsorgeklinik, den Aldi-Markt sowie das Gilserberger Infozentrum an. Doch nicht auf neuen Gebäuden liegt Lothar Vestwebers Fokus, sein Credo lautet: der Mensch im Mittelpunkt. „Es war mir wichtig, mich für die Probleme der Leute einzusetzen“, fügt er an.

Im Zuge der Dorferneuerung in Schönau holte er die Anwohner mit ins Boot und im Nachhinein auch noch den Ortsteil Heimbach. Persönliche Kontakte setzte er zum Wohl der Gemeinde ein und wenn mal etwas nicht so lief, wie Lothar Vestweber sich das vorstellte, dann schrieb er Briefe.

So versuchte er beim hessischen Finanzministerium zu erwirken, dass Gilserberg aufgrund der zahlreichen Feuerwehren und Kläranlagen mehr Geld über Schlüsselzuweisungen erhalte.

Auch auch ein alteingesessener Bürgermeister fing einmal an. „Die ersten vier Jahre waren hart“, erzählt Lothar Vestweber. Er hatte keine Mehrheit im Gemeindeparlament und lernte erst nach und nach, sich durchzusetzen. Als Bürgermeister sei er 24 Stunden an sieben Tagen die Woche im Dienst. An ihm ging die Zeit im Rathaus nicht spurlos vorbei, Herzprobleme zwangen den 56-Jährigen in den Ruhestand. Und: „Man sollte nicht am Stuhl kleben.“

Neben seiner Familie möchte Lothar Vestweber den Mitarbeitern der Gemeinde und seiner Sekretärin Anita Stremme Dank für ihre Unterstützung ausdrücken. Wie er seinen Ruhestand gestaltet, darüber ist sich Vestweber noch nicht im Klaren.

Zu tun gibt es für ihn einiges, er baut ein neues Haus im Heimatort Winterscheid für sich und Ehefrau Angelika. Tochter Nicole Vestweber und der zwölfjährige Enkel Marvin Vestweber können nun mehr Zeit mit ihm verbringen.

„Ich freue mich auf entspannte Tage“, sagt der scheidende Bürgermeister, verbringen wird er diese wohl an seinem Fischteich.

Von der Bildfläche wird Lothar Vestweber in Gilserberg nicht verschwinden, hatte er doch jüngst den Bau eines stationären Hospizes in Angriff genommen und bereits ein mögliches Grundstück angeschaut. Um die Idee umzusetzen, ist es nötig, einen Trägerverein zu gründen, und das kann der Winterscheider als Privatperson tun. Die ruhige Fahrweise war nie Lothar Vestwebers Spezialität.

• Verabschiedung: Dienstag, 11.12., 19 Uhr, Landgasthof Steller

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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