Elisabeth Kurzrock aus Welferode feiert ihren 102. Geburtstag

„Ich hab’s gut gehabt“

Zufrieden: Elisabeth Kurzrock wird 102 Jahre. Foto: Mangold

Welferode. „Dass ich mal über 100 Jahre alt werde, das hab’ ich nie gedacht“, sagt Elisabeth Kurzrock. Geboren wurde sie am 2. Mai 1910 in ihrem Elternhaus in Welferode, in dem sie auch heute noch lebt. Am morgigen Mittwoch, 2. Mai, feiert sie ihren 102. Geburtstag im Kreise ihrer Familie und Freunde.

Viele Menschen hat sie kennengelernt auf ihrem langen Lebensweg, doch auch von vielen musste sie schon Abschied nehmen.

Als Elisabeth Kurzrock zwei Jahre alt war, starb ihre Mutter. Als sie fünf war, musste ihr Vater in den Krieg, eine Tante kümmerte sich um das kleine Mädchen und die Landwirtschaft. Nach Kriegsende kam der Vater nach Hause und heiratete erneut, die junge Elisabeth freute sich über eine liebe Stiefmutter und über einen Bruder.

Einmal in den Urlaub

Doch nach fünf Jahren starb die Stiefmutter, und die fünfzehnjährige Elisabeth musste nach ihrem Schulabschluss statt der erhofften Schneiderlehre arbeiten, um Geld zu verdienen. Nach verschiedenen Beschäftigungen in landwirtschaftlichen Betrieben, einer Metzgerei und einer Familie, trat sie eine Stelle in der Küche der Lungenheilstätte in Melsungen an, die nach dem Krieg die Reha-Einrichtung für Herz- und Kreislaufpatienten der Bahn wurde. Dort arbeitete sie 33 Jahre, bis zu ihrer Pensionierung, ihre dienstfreien Tage verbrachte sie zu Hause in Welferode und half in der elterlichen Landwirtschaft mit. In den Urlaub konnte sie nur ein einziges Mal fahren, für 14 Tage nach Berchtesgaden mit einigen Arbeitskolleginnen. An ihre Zeit in Melsungen, zu der auch die Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs gehörten, erinnert sich die Seniorin gerne zurück: „Im Krieg war es schon schlecht, aber nach der Arbeit waren wir immer alle im Nähzimmer. Da war es warm. Es war schön.“ Nach ihrer Pensionierung zog sie zurück nach Welferode zur dritten Frau ihres Vaters und half in Haus und Garten.

Jeden Mittag kocht sie

Nun sei sie nicht mehr so schnell, meinte die Jubilarin. Wegen eines Rückenleidens ist sie nicht mehr gut zu Fuß, mit der Gartenarbeit hat sie aufhören müssen. Den Haushalt bewältigt sie noch weitgehend allein, einmal täglich kommt der diakonische Dienst. Auch das Mittagessen kocht sich die erfahrene Hauswirtschafterin noch selbst, nur den Abwasch erledigt sie inzwischen etwas später, alles braucht mehr Zeit als früher.

Zur ihrer Sicherheit trägt sie ein Notrufgerät des DRK am Handgelenk. „Das ist prima“, meinte sie, denn sie habe Angst vor Stürzen, vor allem, da sie allein im Haus lebe. Ihre positive, zupackende Einstellung hat sie sich bis ins hohe Alter bewahrt. „Ich hab’s gut gehabt im Leben“, sagte sie rückblickend.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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