De Phazz-Sängerin Pat Appleton kommt mit ihrer Solotour ins Scala-Varieté

„Ich teile mich gern mit“

Sind alte Freundinnen: Die Sängerin Pat Appleton (rechts), die mit der Gruppe De Phazz bekannt wurde, und die Fritzlarer Scala-Varieté-Chefin und Artistin Jutta Schröder. Foto:  Albrecht

Fritzlar. Wer jazzige Soulmusik mit Elektroeinflüssen mag, der kennt bestimmt die Gruppe De Phazz und ihre Sängerin Pat Appleton. Kürzlich gastierte die Band im Kasseler Kulturzelt. Mit einem Soloprogramm gastiert Pat Appleton demnächst im Fritzlarer Scala-Varieté.

Mit De Phazz touren Sie inzwischen durch ganz Europa. Nun kommen Sie mit Ihrer Solotour nach Fritzlar. Verbinden Sie damit Besonderes?

Pat Appleton: Ich komme hauptsächlich wegen meiner alten Freundin Jutta Schröder ins Scala-Varieté nach Fritzlar. Wir beide kennen uns inzwischen seit 20 Jahren. Jutta und ich haben uns in unserer Jugend in der Heidelberger Künstlerszene kennen gelernt und sind seitdem in Kontakt geblieben. Und jetzt hat es nun endlich geklappt, dass ich bei ihr auftrete.

Mit der Band De Phazz singen Sie englische Texte, Ihr Soloalbum „Mittendrin“ ist hingegen in deutscher Sprache verfasst. Warum?

Appleton: Mir war es einfach ein Bedürfnis, einmal in meiner Muttersprache zu texten. Ich bin ja schließlich in Deutschland geboren und wollte auch mal meine eigene Farbe dazu beitragen. Allerdings musste ich erst lernen, auf Deutsch zu singen. Die deutsche Sprache ist irgendwie sperriger als das Englische. Auf Deutsch zu texten, bringt aber auch ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten mit sich. Darin probiere ich mich gerade aus.

Auf Ihrer Homepage steht, dass Sie ursprünglich begonnen haben, Politikwissenschaften zu studieren. Allerdings haben Sie erkannt, dass Sie sich besser zur „Botschafterin der Musik“ eigneten. Welche Botschaft haben Sie?

Appleton: Ich bin jemand, der sich gerne mitteilt - nicht nur in der Politik, auch in der Kunst. In meinem Soloalbum habe ich versucht, ungewöhnliche Titel für meine Lieder zu finden. Ein Song heißt zum Beispiel „Weißmehl“. Er handelt von einer unglücklichen Liebe in Paris. Damals habe ich sehr viele Croissants gegessen und erst spät gemerkt, dass die Stadt Paris eigentlich das Überwältigende an dieser Zeit war. Das Album dreht sich im Grunde um die vergangenen 20 Jahren im Schnelldurchlauf.

Das Lied „Laue Suppe“ handelt von den Sehnsüchten einiger Frauen in meinem Freundeskreis, endlich den richtigen Mann zu finden. Ich selber bin ja vergeben, aber bemerke immer wieder, dass wir Frauen so wahnsinnig hohe Ansprüche an die Männer haben und dabei vergessen, dass wir selber auch Ansprüche erfüllen müssen.

Inwiefern unterscheidet sich das Album von Ihrer bisherigen Musik?

Appleton: Mein Album „Mittendrin“ ist im Grunde ein krasser Schnitt zu meiner bisherigen Musik. Die Songs sind sehr viel rockiger und gitarrenlastiger als die Loungemusik von De Phazz, die man gut im Hintergrund hören kann. Dagegen sagt mein Solo-Album ganz klar: Da steht eine vorne, und die sagt ihre Meinung. Es ist ja nicht immer ganz einfach, zu dem zu stehen, was man sagt. Ich wollte etwas Erdiges. Ich spiele mit einer vierköpfigen Band handgemachten Rock‘n‘Roll. Allerdings steht auch ein Lied aus der De-Phazz-Feder auf dem Programm.

• Pat Appleton, Konzert mit Band im Scala-Varieté Fritzlar, Freitag, 23. September, 20 Uhr, Vorstellung des Soloalbums „Mittendrin“. Karten im Vorverkauf 17 Euro, unter Tel. 0 56 22/790 822 und www.scala-variete.de

Von Yvonne Albrecht

Quelle: HNA

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