Gemeinde Habichtswald gibt bei der Schaffung attraktiven Wohnraums Gas

+
Platz für Eigenheime: Auf der Horst in Dörnberg wird ein neues Wohnbaugebiet erschlossen. Mehr als 30 Häuser finden hier Platz.

Habichtswald. Das Zukunftskataster von Zweckverband Raum Kassel (wir berichteten) und Landkreis Kassel geht dem Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald nicht weit genug. Was die Kommunen benötigten, seien Handlungskonzepte, sagt Thomas Raue.

Die Städte und Gemeinden müssten ihre eigenen Antworten auf die Fragen finden, die der demografische Wandel aufwirft.

Am Beispiel Wohnen zeigt er die Entwicklung in seiner Gemeinde auf. Ziel sei es, für alle Generationen und alle Formen des Zusammenlebens ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wegzug müsse verhindert und Zuzug ermöglicht werden. Und dabei sieht er Habichtswald auf einem guten Weg.

Noch im März 2012 hätten in Dörnberg und Ehlen 15 Häuser leer gestanden. Inzwischen seien davon sieben Objekte verkauft worden – sie wurden saniert oder abgerissen. Von insgesamt 1657 Gebäuden in beiden Ortsteilen stünden derzeit acht leer – das sind 0,5 Prozent, sagt Raue zufrieden.

Neubaugebiet erschlossen

Parallel dazu hätten in den vergangenen anderthalb Jahren 50 bewohnte Häuser den Besitzer gewechselt. Das Neubaugebiet in Dörnberg werde derzeit erschlossen. Dort gebe es so viele Interessenten, dass die Gemeinde ein weiteres Baugebiet in Ehlen im Bereich Hasenbreite anbieten wolle, kündigt Raue an. Zwei weitere Wohnanlagen für ältere Menschen sollen in Ehlen an den Standorten alter Bauhof und alter Rewe errichtet werden (wir berichteten). Und über das Kommunale Immobilien Portal betreibe die Kommune eine Plattform, auf der Käufer und Verkäufer zueinander finden. „Das Zukunftskataster ist nur eine von mehreren Maßnahmen, um den Bevölkerungsschwund zu stoppen“, meint der Verwaltungschef.

Darüber hinaus sei die Gemeinde beim Thema Wohnen noch an vielen weiteren Stellen aktiv. So biete sie ein Programm an, das Familien mit Kindern fördere, die sich im Neubaugebiet Auf der Horst in Dörnberg niederlassen möchten. Für ein Kind werden zehn, für zwei Kinder 15 Prozent der Kaufsumme erlassen – maximal 10 000 Euro. Mit der sozialen Hauskarte will die Gemeinde Einwohnern helfen, die ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen möchten und dafür möglicherweise die Ausstattung ihrer Wohnung anpassen müssen.

Daneben würden weitere flankierende Aktivitäten unternommen, die die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort steigerten. Hierzu rechnet Thomas Raue die Vitalisierung der Ortskerne. „Warum nicht Bäume pflanzen und Bänke aufstellen, wenn ein Haus abgerissen wurde?“ Der Bauhof, der im Sommer die Grünflächen pflege und im Winter den Schnee beiseite schaffe, sorge dafür, dass beide Orte einen adretten Eindruck hinterließen. (ant)

Von Antje Thon

Quelle: HNA

Kommentare