Die beiden nächsten Künstlerstipendiaten beschäftigen sich mit Inszenierungen

Ideen für die Malerkolonie

Domizil für die Künstler: Zwei neue Stipendiaten werden im kommenden Jahr das Hirtenhaus in Willingshausen beziehen. Foto: privat/nh

Willingshausen. Thilo Jenssen (Wien) und Ekachai Eksaroj (Kassel) sind im kommenden Jahr zu Gast in der Künstlerkolonie in Willingshausen. Thilo Jenssen und Ekachai Eksaroj sind die nächsten Stipendiaten in der Künstlerkolonie Willingshausen.

Thilo Jenssen beschäftigt sich seit Beginn seines Kunststudiums intensiv mit Fragen der Malerei und ihrer Erweiterung. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist in seiner Arbeit ein zentrales Moment. Mit seinem für Willingshausen geplanten Projekt „Kolabo da capo“ möchte er die Tradition der Malerkolonie wiederbeleben. Er möchte während seines Aufenthalts befreundete Maler zu sich ins Hirtenhaus einladen, um sich mit ihnen in einer spielerisch produktiven Re-Inszenierung der Malerkolonie vor Ort auszutauschen. Dabei soll es nicht um eine Recherche und Analyse der Geschichte und der historischen Werke gehen, sondern tatsächlich und aktuell gemeinsam gemalt werden, um heutige Fragen von Malerei und deren Erweiterung zu erforschen.

Die Leinwände von Ekachai Eksaroj sind z.B. aus Lurex-Stoff und die Malerei ein Paillettenband, aufgenäht als Schriftzug „I don’t care about l’enfer“. Hier mischt sich nicht nur englische und französische Sprache, hier bilden auch Inhalt und ästhetische Form einen Widerspruch.

Kunsthalle wird Laden

Ekachai Eksaroj liebt das Umspringen von einem offensichtlichen Bedeutungsraum in völlig andere Assoziations- oder Empfindungsräume. Ironie und Witz helfen ihm dabei. Für Willingshausen könnte er sich vorstellen, die Ausstellungshalle in eine Art Department Store im Sinne von colette in Paris oder Doverstreetmarket in London zu gestalten. Diese Läden vereinen Produkte aus Mode und Produktdesign, bieten aber auch Essen und ausgewählte Getränke. „Man könnte einen Streetfood Markt im Sinne eines Talat Rotfai in Bangkok, meiner Heimatstadt, oder vielleicht sogar einem Night Market in Chiang Mai organisieren und damit vielleicht sogar die kulturelle/kulinarische Diskrepanz - sollte so etwas überhaupt existieren – zwischen Platzkuchen und Frühlingsrolle aufheben.“

Das Arbeitsstipendium in der Künstlerkolonie Willingshausen wird getragen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, dem Kulturförderprogramm der SV Sparkassenversicherung, der Kreissparkasse Schwalm-Eder, der Gemeinde Willingshausen und dem Schwalm-Eder-Kreis. Es beinhaltet je drei Monate Arbeitsaufenthalt mit Wohnung, Atelier und einer finanziellen Unterstützung, die Ausstellung der Ergebnisse der entstandenen Arbeiten in der Kunsthalle des Gerhardt-von-Reutern-Haus in Willingshausen und eine Unterstützung für die Produktion eines Katalogs. (syg)

Quelle: HNA

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