Eskalation bedauert

Igel-Arche: Betreiber reagiert auf Kritik des Veterinäramtes

Auflagen für die Igel-Arche: Die Station für stachelige Wildtiere, hier ein kürzlich geborenes Baby, steht im Behördenfokus. Fotos: Ulbrich/Privat/nh

Zierenberg. „Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, das wir etwas gegen die Behörden hätten", sagt Rüdiger Rister. Der Igel-Arche-Betreiber reagiert auf Kritik des Veterinäramtes.

Rister sieht das Veterinäramt zwar in einigen Punkten im Recht - in anderen Bereichen spricht er jedoch von „Behördenwillkür“. Im Bezug auf Anzeigen gegen die Igel-Arche sagt der 60-Jährige: „Es ist richtig, dass es wegen angeblicher Verstöße mehrere Anzeigen gegen uns gab.“

Ermittlungen eingestellt

Rüdiger Rister

Diese seien aber fast ausschließlich vom Verein „Pro Igel“ aus Münster erstattet worden, der bundesweit Igel-Stationen mit ähnlichen Strafanzeigen überziehe. Dies sei auch bei ihnen der Fall, sagt Rister, „aber alle Ermittlungen gegen uns wurden eingestellt.“

Die Aussage des Veterinäramtes, er würde die Anlage ohne entsprechende Erlaubnis betreiben, ärgert Rister: „Schließlich haben wir bereits 2010 schriftlich einen Antrag gestellt, mit Folgeanträgen, die Bearbeitung zieht sich hin und ist von Unwillen geprägt. In Nordhessen gibt es keinen Präzedenzfall, darum tut sich die Behörde schwer. Man traktiert uns mit Formularen, die auf uns nicht zutreffen.“

Eine Übernahme des erfolgreichen Anmeldeverfahrens vom RP Darmstadt für die dortige „Igel-Insel“ wolle man hier offenbar nicht, sagt der 60-Jährige. „Dort flutschte der Antrag durch mit nur einem Besuch und einem Verwaltungsakt. Richtig ist, dass uns die Behörde, vertreten durch Frau Utzinger vom Veterinäramt Wolfhagen und Herrn Büchner vom Regierungspräsidium (RP) in Kassel, mit mündlich vorgebrachten aberwitzigen Auflagen überhäuften, diese trotz mehrfacher Bitte aber nie schriftlich formulierten, damit wir sie unseren Mitgliedern hätten zur Prüfung vorlegen und bei Bedarf dagegen vorgehen können.“

Dazu sagt Michael Conrad, Sprecher des RP Kassel, „dass sobald die Erlaubnis vom Veterinäramt erteilt sei, nach einer weiteren formalen Prüfung durch das RP, dem Betrieb nichts im Wege steht.“

Rister bedauere die Eskalation, sagt er. Auch wenn man sich auf eine juristische Auseinandersetzung einstellen würde, hoffe man, dass es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung im Streit um den Betrieb der Igel-Arche in Zierenberg kommt, sagt der ehemalige IT-Experte.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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