Gertrud Sälzer aus Wolfhagen hat eines der selten gewordenen WOH-Kennzeichen an ihrem alten Auto

Ihren Käfer gibt sie nicht mehr her

Nostalgisch: Gertrud Sälzer liegt ihr VW Käfer, Baujahr 1968, sehr am Herzen. Das selten gewordene Auto-Kennzeichen WOH hat sie stets behalten wollen. Foto: Dietzel

Wolfhagen. „Er läuft und läuft und läuft“, sagt Gertrud Sälzer über ihren himmelblauen VW-Käfer mit dem WOH-Kennzeichen. In der Garage steht es, das alte Schätzchen: Baujahr 1968, 44 PS, Höchstgeschwindigkeit 120 km/h, Halbautomatik. Es ist ihr erstes Auto, und das einzige, das sie jemals fahren wollte.

Vor allem das Kennzeichen WOH-V-189 wird Gertrud Sälzer niemals hergeben. „Darauf bin ich natürlich stolz“, sagt die 86-Jährige. Die Idee, die alten Nummernschilder in Deutschland wieder einzuführen, findet sie „gar nicht so schlecht“.

Die neuen Schilder würden mit einem blauen Streifen und gelben Europasternen darauf aber anders aussehen, als die ursprünglichen mit WOH. „Meins ist mir lieber“, sagt Gertrud Sälzer, die sich der Besonderheit des Wagens samt Kennzeichen bewusst ist.

Für das WOH auf dem nostalgischen Gerät nimmt Gertrud Sälzer sogar in Kauf, dass sie mehr zahlt, als nötig. Denn mit einem Oldtimer-Kennzeichen am alten Käfer würde sie weniger zahlen. Solch ein Sonderkennzeichen mit einem H für „historisch“ gibt es für Fahrzeuge, die älter sind als 30 Jahre. Damit sind die Haltungskosten wie Steuern geringer.

Mit ihrem geliebten Wagen macht Gertrud Sälzer nur ganz selten eine Tour, und im Winter schon gar nicht. Das letzte Mal bewegte sie ihn zu einem Ausflug zum Edersee im vergangenen November. Ihre weiteste Fahrten waren zum Urlaub nach Ostfriesland und in die Schweiz, erzählt die Wolfhagerin.

„Eigentlich bin ich Fußgänger, Wanderer, Fahrradfahrer“, sagt sie. Doch im Sommer ‘68 wollte sie ein Auto kaufen. Ihr war klar, dass es für sie ein Käfer sein musste. Beim Autohaus Ostmann in Wolfhagen erstand sie damals ihr favorisiertes Modell. Seitdem hat sie nie Probleme damit gehabt, erzählt sie.

„Verkaufen kam für mich nie in Frage“

Gertrud Sälzer

Das Fahrzeug wurde gehegt und gepflegt, sodass es jetzt bei Autoliebhabern ein Renner wäre. Doch zum Verkauf steht es nicht. „Das kam für mich nie in Frage“, sagt Gertrud Sälzer entschlossen.

Der Käfer vom Autohersteller Volkswagen war mit mehr als 20 Millionen Exemplaren bis zum Jahr 2002 das am häufigsten verkaufte Auto der Welt. Dann folgte der VW Golf. In ihrer Bekanntschaft und Verwandtschaft gebe es viele, die gerne solch ein Kultauto hätten, sagt Gertrud Sälzer. Die Freude ist groß, wenn sie jemanden von ihnen mal zu einer Spritztour einlädt. Bald könnte es wieder soweit sein, denn bei gutem Wetter darf der Käfer auf die Straße.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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