Durchschnittspreis auf 15.360 Euro pro Hektar gestiegen

Im Kreis Kassel wurde mehr Ackerland verkauft

Kreis Kassel. Deutschlandweit haben sich die Preise für Ackerland in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Für einen Hektar werden durchschnittlich 19.600 Euro fällig, in Hessen sind es im Schnitt 14.326 Euro.

Im Kreis Kassel gab es eine moderate Steigerung. Vor allem im Speckgürtel um Kassel. Wer in Hessen Ackerland kauft, muss häufig mehrere Verträge für mehrere Gebiete aushandeln, um am Ende eine große Fläche zu bekommen. „Das Grundeigentum ist hier deutlich zersplitterter“, sagt Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Dies sei ein Grund dafür, dass die Ackerlandpreise in Hessen geringer seien als in anderen Bundesländern.

Wie viel für einen Hkektar landwirtschaftliche Nutzfläche verlangt wird, hat nicht nur mit der Bodenqualität, sondern auch mit dem Standort zu tun. Beispiel Helsa: „Dort tut sich nicht viel, weil der Boden nicht sehr gut ist“, sagt Schulte-Ebbert. Deshalb gäbe es dort kaum Interesse an Flächen. Hinzu kommt, dass die Gemeinde nicht zum Speckgürtel von Kassel gehört, wo die Preise deutlich höher ausfallen. Der Quadratmeter ist in Helsa bereits für 60 Cent bis einen Euro zu haben. Die Preise hätten sich dort in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert.

Und dennoch: Im Durchschnitt haben sich die Preise für landwirtschaftliche Flächen im Landkreis Kassel um fünf Prozent im vergangenen Jahr erhöht, sagt Frank Mause, Chef des Amts für Bodenmanagement in Korbach. Die Fläche sei insgesamt knapper geworden, deshalb würden die Preise anziehen. Das bestätigen auch die Zahlen, die der Landkreis Kassel erfasst hat: Der durchschnittliche Kaufpreis für einen Hektar Ackerland lag 2010 noch bei rund 14 500 Euro, im Jahr 2015 waren es etwas mehr als 22 000 Euro. Im Landkreis wurden 2015 insgesamt 651 Grundstücke verkauft, fünf Jahre zuvor waren es noch 582. Allerdings: In dieser Aufstellung sind nicht nur Ackerflächen enthalten, sondern auch Grünland, Wiese und ähnliches.

Dass die Ackerflächen möglichst in der Hand der Bauern bleiben, dafür sorgt die Hessische Landgesellschaft (HLG). „Der Staat will keine Fremdnutzung“, sagt Prof. Dr. Harald Müller, Geschäftsführer der HLG. Deshalb kümmert sich die gemeinnützige GmbH unter anderem darum, die Agrarstruktur zu erhalten. An allen großen Bauvorhaben in der Region – ob der Flughafen Kassel-Calden oder das Gewerbegebiet Lohfeldener Rüssel – war die HLG beteiligt. Allein für den Flughafen wurden 650 Hektar Acker- und Grünland beansprucht.

Seit Jahren analysieren die Mitarbeiter, wie sich Preise für Ackerland entwickeln. „Mit Immobilienpreisen ist das aber nicht zu vergleichen“, sagt Prof. Dr. Martina Klärle, ebenfalls Geschäftsführerin der HLG. Alles würde zwar schneller gehen, aber die Preise würden moderat steigen. „Es gab keine Explosionen.“ Das sei besser für Landwirte.

Für die sei die Bodenqualität der entscheidende Faktor. Wer im Speckgürtel um Kassel Land für die Bewirtschaftung kaufe, müsse sich gut überlegen, ob sich das rentiere. Wer nur Getreide anbaue, brauche länger, bis er ins Plus komme. Bei Erdbeeren oder Spargel gehe das schneller.

Bezahlen muss ein Bauer aber nicht nur für die Bodenqualität. Gibt es die Erwartung, dass aus dem Acker mal Bauland werden könnte, kostet der Boden gleich viel mehr Geld. So könne aus einem Quadratmeter Acker für drei Euro, beispielsweise in Kassel, ein Quadratmeter Bauland für 300 Euro werden, sagt Klärle.

Die teuersten Flächen gibt es in Baunatal, Kaufungen, Vellmar, Ahnatal und Calden. Dort kostet der Quadratmeter zwischen zwei und 2,80 Euro, ein Hektar also bis zu 28.000 Euro. Die günstigsten Ackerflächen gibt es Zierenberg, Teilen von Naumburg, Bad Emstal, in Wahlsburg und Oberweser. Der Quadratmeter kostet dort zwischen 60 Cent und einem Euro.

Quelle: HNA

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