Immer mehr Handys in Kinderhänden

Wolfhager Land. Ein Mobiltelefon ist heute für Kinder zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Zehn Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen besitzen laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest ein eigenes Handy.

Handys im Schulranzen von Grundschülern sind „kein Drama“. Der tägliche Umgang mit den Mobiltelefonen sei „ein integraler Bestandteil der jugendlichen und inzwischen auch kindlichen Kultur, den Eltern und Lehrer verstehen lernen müssen“, sagt Wolfgang Engelmeyer, Schulleiter der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal.

Wer Handys als störend und teuer verurteile, bedenke nicht, dass sie den Kindern Sicherheit geben und helfen könnten, soziale Kontakte aufzubauen.

Zwar sei bei den jüngsten Kindern der Christine-Brückner-Schule bislang noch kein all zu großer Vormarsch von Smartphone und Co. erkennbar, aber es setze sich langsam durch. „Verbote würden auf Dauer auch nur wenig Erfolg erzielen“, ist sich Engelmeyer sicher. Weshalb seine Schüler das Handy auf Anfrage auch ab und an zu Unterrichtszwecken nutzen dürfen.

Ganz anders in der Grundschule Balhorn: „An unserer Schule besitzen in den Jahrgangsstufen eins und zwei nur einzelne Kinder ein eigenes Handy“, erklärt Schulleiterin Marcella Jakobi. Das Mitnehmen eines Handys in die Schule sei nicht erlaubt. „Wenn Kinder in der Klasse darüber berichten, ein teures Handy geschenkt bekommen zu haben, wird dies eher mit Verwunderung als mit Bewunderung zur Kenntnis genommen“, weiß Jakobi. Die Kinder benötigten im schulischen Alltag kein Handy, da im Notfall aus der Schule heraus telefoniert werden könne. „Die Gefahr des Verlustes ist zu hoch, so dass wir hier eine eindeutige Handhabung befürworten.“

Eine vorgegeben Regelung für den Umgang mit Handys an Schulen gibt es laut StaatlichemSchulamt nicht.

Hintergrund

Die Handytechnologie basiert auf elektromagnetischen Wellen. Über die Auswirkungen dieser Strahlungen auf den menschlichen Körper wird seit langem kontrovers diskutiert.

Um Strahlenrisiken zu reduzieren, hilft es, den Abstand zwischen Handy und Kopf zu vergrößern und zum Telefonieren Headsets zu benutzen. An Orten mit gutem Handyempfang ist die Strahlung zudem geringer. Wer auf Nummer Sicher gehen will, hält das Handy erst dann ans Ohr, wenn der Gesprächspartner abgehoben hat. Denn beim Verbindungsaufbau sendet das Handy zunächst mit voller Leistung.

Informationen über die Strahlungswerte gibt es unter www.handywerte.de. (mel)

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare