Heinrich Wagner (90) aus Trockenerfurth wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt

Für immer ein Rotkreuzler

Eine seltene Ehre: DRK-Geschäftsführer Manfred Lau zeichnet Heinrich Wagner für 70 Jahre Mitgliedschaft aus. Foto: privat

Schwalm-eder. Heinrich Wagner wurde für seine 70-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Roten Kreuz geehrt. Eigentlich ist er ja schon viel länger für das Deutsche Rote Kreuz aktiv.

Bereits mit 13 Jahren, als er noch in Borken zur Schule ging, wurde der heute 90-jährige Wagner aus Trockenerfurth gemeinsam mit seinem Freund vom Unterricht freigestellt, um Kranke oder Verletzte ins Krankenhaus zu transportieren.

Die Patienten wurden auf der Krankentrage im Gepäckwagen der Bahn nach Treysa gebracht, denn einen Krankenwagen gab es damals noch nicht.

So war es dann auch keine Frage, dass Wagner 1942 dem Ortsverein Borken beitrat. Er absolvierte Zugführer- und Bereitschaftsleiterlehrgänge und brachte sich mit viel Engagement in die Arbeit des Ortsvereins ein.

Auf seine Initiative hin wurde 1955 der Ortsverein Trockenerfurth/Nassenerfurth gegründet, dessen Arbeitsschwerpunkte in den Sanitätsdiensten, der sozialen Betreuung und den Blutspendeterminen lag. 1956 wurde er zum Bereitschaftsleiter ernannt.

Er kann sich noch gut an Ereignisse wie die Hochwasserkatastrophe in Hamburg 1962, das Grubenunglück in Stolzenbach 1988 sowie die Blutspendetermine, die Wagner anfangs unter primitiven Umständen organisieren musste, erinnern.

Gern denkt er an die Zeiten zurück, in denen er auf den Sportplätzen in der Umgebung Bereitschaftsdienste verrichtete, nicht immer zur Freude seiner Frau. Vor den Spielen der Trockenerfurther Mannschaft bekamen die Spieler jeden Samstag im Rotkreuzraum von ihm Massagen, damit sie fit für das Spiel waren.

Bis 1984 war Wagner Ortsvereinsvorsitzender. 1985 wurde er zum Ehrenbereitschaftsführer ernannt, wirkte aber bis 2010 aktiv im Vereinsgeschehen mit.

Seltene Ehrung

So war es DRK Kreisgeschäftsführer Manfred Lau auch eine Herzensangelegenheit, dem langjährigen Mitglied Ehrennadel und Urkunde für 70 Jahre treue Unterstützung der DRK-Arbeit zu überreichen.

„So eine Urkunde vergibt man nicht alle Tage,“ sagte Lau. „Es ist selten, dass man jemanden für 70 Jahre Engagement im DRK danken kann.“

Heinrich Wagner hat dafür eine simple Erklärung: „Einmal Rotkreuzler – immer Rotkreuzler.“ (red)

Quelle: HNA

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